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Polizisten beklagen zu viele Einsätze und zu viele Überstunden

Polizisten beklagen zu viele Einsätze und zu viele Überstunden

Der Polizei fehlt Personal für Kontrollen – die Gewerkschaft der Polizei schlägt Alarm. Sie kritisiert, dass ohnehin überlastete Beamte durch den am Montag zu Ende gegangenen Landeskontrolltag noch mehr beansprucht würden.

50 Polizeibeamte haben beim landesweiten Landeskontrolltag von Sonntag auf Montag 432 Autofahrer in der Region überprüft. Ergebnis: Zwei Fahrer standen unter Alkoholeinfluss, bei dreien bestand der Verdacht, dass sie Drogen genommen haben. Ein Autofahrer musste gleich seinen Führerschein abgeben. Insgesamt wurden 459 Verwarnungen ausgesprochen; manche Fahrer wurden demnach mehrfach verwarnt.

Der Unmut unter den Polizisten über die regelmäßig stattfindenden Kontrolltage, die vom rheinland-pfälzischen Innenministerium angeordnet werden, wächst. Grund: zu wenig Personal und zu viele Überstunden.

Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) hatte daher das Innenministerium gebeten, den Termin für den Kontrolltag zu verschieben. "Die Polizei sollte einmal den Mut aufbringen, Nein zu sagen. Zu sagen, dass es nicht mehr geht", heißt es in einem Brief der Landes-GDP.

"Alle Kollegen schieben jede Menge Überstunden vor sich her, es fehlt an Personal an allen Ecken und Enden", sagt Elmar Moreth, GDP-Bezirksvorsitzender, zur Situation in der Region. Auch er kritisiert den Zeitpunkt des Landeskontrolltages: "Gerade mal zwei Wochen nach dem vierwöchigen Großeinsatz zur Heilig-Rock-Wallfahrt ist das einfach zu viel." Zwar seien solche Kontrolltage grundsätzlich gut und dienten der Abschreckung, aber sie gingen zulasten der ohnehin bis zum Anschlag arbeitenden Kollegen.

Aus einer Antwort des Innenministeriums auf Anfrage des Konzer CDU-Landtagsabgeordneten Bernhard Henter geht hervor, dass allein in den Polizeiinspektionen Saarburg, Schweich und Hermeskeil seit 2008 über 20?000 Überstunden registriert wurden, die zum Teil nicht abgebaut werden können.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) weist die Vorwürfe zurück. Der Landeskontrolltag sei bereits im vergangenen Jahr mit allen Polizeipräsidien abgestimmt worden. Der Trierer Polizeipräsident Lothar Schömann wollte sich zu der Gewerkschaftskritik nicht äußern.