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Polizisten in Kusel nach Schüssen getötet: Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Kriminalität : Nach Polizistenmord: Mann stellt sich nach öffentlicher Fahndung, kurz danach zweiter Verdächtiger festgenommen

Die Fahndung nach der Tötung von zwei Polizisten bei Kusel läuft auf Hochtouren. Kräfte des Trierer Polizeipräsidiums sind ebenfalls im Einsatz. Ein mutmaßlicher Täter ist wohl polizeibekannt. Am Nachmittag stellte sich der Gesuchte der Polizei. Kurz danach wurde ein zweiter Mann festgenommen.

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, wurde ein Verdächtiger im Falle der beiden bei Kusel erschossenen Polizisten festgenommen. Zuvor war nach dem 38-Jährigen mit Foto öffentlich gefahndet worden. Im Einsatz waren auch Polizeihubschrauber, Personenspürhunde sowie Spezialkräfte der Polizei.

Die Polizei bittet die Bevölkerung, im Landkreis Kusel keine Anhalter mitzunehmen. Mindestens ein Tatverdächtiger ist bewaffnet.

Es sei eine brutale Tat, sagt der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sichtlich mitgenommen, bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. „Als zuständiger Innenminister und oberster Dienstherr unserer Polizei und als Vater von vier Kindern im Alter der mit größter Brutalität ermordeten zwei jungen Polizeibeamten bin ich sehr erschüttert.“ Während Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) davon spricht, dass die Tat an „eine Hinrichtung“ erinnere, gibt sich Lewentz zurückhaltender.

Zu den Hintergründen und einem möglichen Motiv äußerte er sich nicht. Auch nicht darüber, ob die beiden Beamten, die mit einem zivilen Streifenwagen unterwegs waren, Schutzwesten getragen haben. Lewentz erinnert daran, dass es für sogenannte lebensbedrohliche Einsatzlagen ein Einsatzkonzept, speziell für Streifenpolizisten, erarbeitet worden sei. Rund 3.600 Beamtinnen und Beamte seien in einem speziellen Training ausgebildet worden. Lewentz bestätigte, dass es sich bei der getöteten 24-jährigen Polizistin um eine Kommissaranwärterin gehandelt habe. Sie sei Studentin an der Landespolizei-Hochschule gewesen und habe sich in einem Praktikum befunden. Laut einer Polizeisprecherin haben die getöteten Polizisten Uniformen und Schutzwesten getragen. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung stammen beide Beamten aus dem Saarland. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat das mittlerweile bestätigt. „Beide Opfer stammten aus dem Saarland“, teilte er auf Twitter mit. Er habe Innenminister Klaus Bouillon gebeten, „als Ausdruck der Trauer und Solidarität die Flaggen im Saarland auf Halbmast zu setzen“.

Einsatzkräfte aus der Region Trier an Fahndung beteiligt

Die Fahndung nach den mutmaßlichen Tätern konzentriert sich derzeit auf die Umgebung rund um den Tatort bei Kusel und das nahe Saarland. Auch Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Trier sind an der Fahndung beteiligt. Über Twitter teilte die Polizei mit: „Wir unterstützen die @Polizei_KL in der Fahndung.“ Und: „Wir sind entsetzt und zutiefst traurig über den Tod unserer Kollegin und unseres Kollegen von der @Polizei_KL . Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme ist bei den Angehörigen - wir wünschen ihnen Kraft, das Unfassbare zu ertragen!“ Gefahndet wird  nach einem Tatverdächtigen, der bereits polizeibekannt ist, unter anderem wegen Unfallflucht. Das hat die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfahren.  Der Mann soll eine Waffenerlaubnis haben.

Bundesinnenministerin Faehser sagt, die Tat zeige, dass die Polizei „jeden Tag Leben für unsere Sicherheit riskiert“.

Die Landeschefin der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sabrina Kunz, spricht von einem „skrupellosen Vorgehen“. Die Tat mache sie fassungslos. Als Polizist habe man immer Angst, dass so etwas passieren könne, sagte sie. Ähnlich äußerte sich auch Thomas Meyer Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in Rheinland-Pfalz: „Diese schreckliche Tat zeigt die realgewordene Gefahr, die der Polizeiberuf mit sich bringt. Es ist das Gebot der Stunde als Polizeifamilie zusammenzustehen.“

Dreyer: „Die Tat ist entsetzlich“

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeigte sich bestürzt: „Die Tat ist entsetzlich. Es bestürzt uns sehr, dass zwei junge Menschen im Dienst ihr Leben verloren haben“, teilte sie über Twitter mit. Dreyer ordnete Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden an. Für alle Streifenwagen im Land ist Trauerflor vorgesehen. CDU-Landeschefin Julia Klöckner sagte: „Die Tat schockiert. Zwei Polizisten sind erschossen worden, die ihre Arbeit machten. Zwei Beamte, die für unsere Sicherheit da waren, die nun selbst Opfer unfassbarer Gewalt geworden sind."  Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) sprach über Twitter den Angehörigen der beiden Opfer sein Mitgefühl aus. Hering schrieb, die Polizisten hätten ihr Leben „für unsere Sicherheit gegeben“.

Laut Lewentz wurde zuletzt 2010 ein Polizist im Einsatz getötet. Ein Rocker hat den Beamten eines Sondereinsatz-Kommandos mit einem Revolver durch die geschlossene Haustür erschossen. 16 Polizisten sind nach Angaben der Hochschule der Polizei beim Hunsrück-Flughafen Hahn seit 1945 Opfer von tödlichen Angriffen in Rheinland-Pfalz geworden.