Präparierte Beute bringt Ermittler auf die Spur

Präparierte Beute bringt Ermittler auf die Spur

Die mutmaßlichen Täter, die am vergangenen Wochenende einen Geldautomaten in Badem (Eifelkreis Bitburg-Prüm) geknackt haben, sind offenbar schon vor einiger Zeit ins Visier der Fahnder geraten. Die Bande soll auch für einen Aufbruch in Daun verantwortlich sein.

Daun/Badem. Die Beute war durchaus beachtlich. Mehrere Zehntausend Euro enthielt der Geldautomat, den die Täter Mitte Dezember mit brachialer Gewalt aus der Dauner Postbankfiliale herausgerissen und später dann in einem Lagerraum aufgebrochen haben. Doch was die Automatenknacker offenbar nicht wussten: Das Geld war präpariert. Mit einer nicht abwaschbaren Farbe. Sie versprüht sich automatisch, wenn der Tresor in dem Automaten geknackt wird. Trotzdem haben die Täter versucht, das Geld unter die Leute zu bringen. Unter anderem soll ein Schein aus der Dauner Beute im Trierer Spielcasino aufgetaucht sein. Weil dies der Polizei gemeldet wurde, gerieten die bis dahin unbekannten Täter ins Visier der Ermittler.Spezialkräfte standen bereit


Offenbar spähten die Fahnder die Männer aus und warteten darauf, sie auf frischer Tat zu ertappen. In der Nacht zum vergangenen Sonntag war es dann wohl soweit. In Badem brachen vier Männer in eine Filiale der Kreissparkasse ein und brachen einen Geldautomaten auf. Bei der anschließenden Flucht wurden sie von einem Großaufgebot der Polizei, unter anderem von einem wohl bereitstehenden Sondereinsatzkommando, verfolgt und schließlich am frühen Sonntagmorgen in Daun festgenommen (der TV berichtete). Bei der Verfolgung fielen Schüsse. Die Polizei schoss gezielt auf die Reifen eines Fluchtfahrzeugs. Mit diesem war zuvor - wohl ebenfalls gezielt - ein Polizist angefahren und verletzt worden.
Zunächst wurden fünf Verdächtige festgenommen. Bei einem Mann steht aber noch nicht, fest, ob er bei dem Automatenaufbruch in Badem dabei war. Er wurde aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Die vier anderen Männer im Alter von 28 bis 32 Jahren, zwei Deutsche aus Daun und Aachen und zwei Kosovaren, sitzen seit gestern Nachmittag in Untersuchungshaft. Polizei und Staatsanwaltschaft werfen ihnen schweren Bandendiebstahl vor. Zwei der Männer sind wegen Schleuserkriminalität vorbestraft. Der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer ist davon überzeugt, dass das Quartett nicht nur für den Bademer Automatenaufbruch verantwortlich ist, sondern auch für den Einbruch in die Dauner Postbank im Dezember. Bei den Durchsuchungen in verschiedenen Wohnungen und Lagerräumen, die von den Verdächtigen genutzt wurden, fand die Polizei unter anderem eine Tresortür. Sie stammt wahrscheinlich von dem Dauner Geldautomaten. Außerdem sollen die Vier versucht haben, Mitte Dezember in die Gerolsteiner Postbankfiliale einzubrechen.Versuchter Einbruch


Ein in dem Gerolsteiner Kassenraum liegender Obdachloser soll aber wohl dazu geführt haben, dass die Männer dort von ihrem Vorhaben absahen.
Neben der genannten Tresortür haben die Ermittler auch Werkzeug sichergestellt, das zum Knacken von Geldautomaten verwendet worden ist. Ob den Verdächtigen weitere Einbrüche in Banken nachgewiesen werden können, stehe derzeit noch nicht fest, sagte Brauer.
Immer wieder kommt es zu solchen Automatenaufbrüchen in der Region. Neben Badem waren zuletzt Niederprüm, Niederöfflingen, Wittlich und Monzelfeld betroffen. Im Schnitt werden bei solchen Aufbrüchen rund 100 000 Euro erbeutet. Automatenknacker machten in den vergangenen zwei Jahren auf diese Art allein in der Region Millionenbeute. Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten, dass die Täter zumeist Mitglieder organisierter Banden sind. Doch oft ist es schwierig, den Verdächtigen alle Taten nachzuweisen, wie ein im vergangenen Jahr zu Ende gegangener Prozess vor dem Trie-rer Landgericht gezeigt hat. Die Staatsanwaltschaft machte die vier Angeklagten zunächst für 16 Automatenaufbrüche in der Region verantwortlich.Revision beantragt


Nachgewiesen werden konnte ihnen das aber nicht. Die Vier wurden schließlich wegen eines Aufbruchs in Bremen und eines versuchten Aufbruchs in Nordrhein-Westfalen verurteilt. Dagegen haben die Verteidiger Revision beim Bundesgerichtshof beantragt. Eine Entscheidung dar-über liegt noch nicht vor.