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Private Sicherheitsleute bewachen leere Polizeiinspektionen

Saarbrücken. Im Saarland werden private Sicherheitsleute eingesetzt, um nachts leere Polizeiinspektionen zu bewachen. Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen sei dies „geeignet und sinnvoll“, sagte eine Sprecherin des saarländischen Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Auch in anderen Bundesländern würden „schützenswerte“ Behördengebäude und Polizeidienststellen von privaten Sicherheitsfirmen kontrolliert. dpa

Im Nachbarland Rheinland-Pfalz ist das jedoch nicht der Fall: „Die rheinland-pfälzischen Polizeiinspektionen sind rund um die Uhr besetzt und müssen somit nicht zusätzlich bewacht werden“, teilte Pressesprecherin Sonja Bräuer vom Innenministerium in Mainz auf Anfrage mit.

Die Anzahl der Dienststellen, die im Saarland bewacht werden, wuchs von anfangs drei im Jahr 2014 auf inzwischen alle sieben nachts unbesetzte Polizeiinspektionen im vergangenen Jahr. Die Kosten stiegen von gut 23 400 Euro auf rund 218 000 Euro. Im vorigen Jahr wurden unter anderem die Inspektionen in Nohfelden-Türkismühle, Blieskastel, Saarbrücken-Brebach, Bous und Illingen von Privatfirmen bewacht.

Die Gewerkschaft der Polizei steht hinter dieser Lösung, hält jedoch einen Objektschutz durch pensionierte Kollegen für „die bessere Lösung“. Laut Landesregierung, die auf eine AfD-Anfrage antwortete, werden an anderen landeseigenen Objekten keine privaten Sicherheitsfirmen eingesetzt.

Gewerkschaft der Polizei, Saarland

Ministerium für Inneres, Bauen und Sport des Saarlandes