Profi-Banden räumen in der Region Trier Häuser aus

Trier · Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt derzeit wieder deutlich an. Immer häufiger sind auch in der Region Trier Einbrecherbanden aktiv. Die Polizei ruft die Bürger auf, Verdächtige zu fotografieren.

So ähnlich könnte ein Einbrecher in Saarburg, Tawern und Merzkirchen in Kitas, ein Feuerwehrhaus und einen Jugendraum gelangt sein. Einem 38-Jährigen werden diese Taten zur Last gelegt, noch hat das Landgericht kein Urteil gesprochen. Foto: iStock/mabe 123


Freitagabend vergangener Woche: Innerhalb weniger Stunden schlagen Einbrecher in der Region Trier gleich mehrfach zu. Die unbekannten Täter brechen in Riol, Mertesdorf, Konz und Nittel ein. Jedes Mal sind Einfamilienhäuser das Ziel, in allen Fällen erbeuten die Diebe Geld, Schmuck und Computer.
In der dunklen Jahreszeit sind die Einbrecher besonders aktiv. Sie schlagen dort zu, wo sie leichtes Spiel haben: bei schwer einsehbaren und schlecht gesicherten Wohnungen und Häusern. Oft würden die Objekte zuvor ausbaldowert, sagt Triers Polizeisprecherin Sabine Bamberg.

Besonders die zunehmend auch in der Region aktiven Einbrecherbanden gehen arbeitsteilig vor: Die einen Bandenmitglieder kundschaften aus, andere brechen ein und die nächsten verkaufen die Diebesbeute. Schmuck wird laut Polizeisprecherin Bamberg häufig direkt ins Ausland gebracht, das Edelmetall eingeschmolzen, Edelsteine herausgebrochen. Eine nachträgliche Zuordnung ist - ähnlich wie bei gestohlenem Bargeld - somit kaum noch möglich. Elektronische Geräte wie Handys oder Computer werden häufig übers Internet verkauft.
Nach Erkenntnissen der Polizei sind Einbrecherbanden derzeit vor allem an der Obermosel und im Vulkaneifelkreis aktiv. Die Bandenmitglieder kommen ursprünglich häufig aus Osteuropa oder den Balkanstaaten und gehören nicht selten zu einem Familienclan.

Den Tätern auf die Schliche zu kommen, ist ähnlich schwierig wie die Zuordnung von aufgefundenem Diebesgut. In der Region Trier lag die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen im vergangenen Jahr bei gerade einmal 14 Prozent. Mit anderen Worten: Nur jeder siebte Einbrecher wird gefasst. Um diese Quote zu verbessern, hat Polizeipräsident Lothar Schömann eine auf Bandenkriminalität spezialisierte Ermittlungsgruppe ins Leben gerufen. Wie die Gruppe personell ausgestattet ist, will die Polizei nicht verraten.

Zudem ermuntert das Trierer Präsidium Bürger, sich quasi als Hilfspolizisten zu betätigen und verdächtige Beobachtungen mit dem Handy zu fotografieren. Die Fotos und Videos sollen dann mit schriftlich festgehaltenen Beobachtungen samt Personenbeschreibungen und womöglich mitgehörten Gesprächen der Polizei übermittelt werden.

Die Innenminister von Bund und Ländern haben zur Bekämpfung der Einbrecherbanden erst vor wenigen Monaten eine intensivere Zusammenarbeit vereinbart. Ziel sei es, nicht nur die Diebe, sondern auch die Hintermänner zu erwischen und deren Geld sicherzustellen.