1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Prognose: Trier trotzt dem Trend und wird drittgrößte Stadt im Land

Prognose: Trier trotzt dem Trend und wird drittgrößte Stadt im Land

Die Stadt Trier und der Kreis Trier-Saarburg zählen zu den landesweit fünf Regionen, die mittelfristig wachsen. Trier läuft Koblenz als drittgrößter Stadt im Land den Rang ab. Langfristig sinkt jedoch die Einwohnerzahl überall.

Wir werden älter, wir werden weniger: Das sind Kernaussagen der am Donnerstag vorgestellten Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes. Im Vergleich zu früheren Kalkulationen hat sich nicht viel geändert, allerdings haben die Statistiker neu berechnet, dass die Einwohnerzahl der Stadt Trier von 105000 auf 109700 im Jahr 2030 ansteigt. Damit steigt Trier zur drittgrößten Stadt des Landes nach Mainz und Ludwigshafen auf. Erst in den Jahren danach wird Trier laut Prognose wie der Rest des Landes vom demografischen Wandel getroffen und 2060 nur noch knapp 97000 Einwohner haben.

Ebenso wie Trier profitiert der Kreis Trier-Saarburg von der Nähe zum Wirtschaftsraum Luxemburg. Hier steigt die Einwohnerzahl von rund 142000 auf 148000 im Jahr 2030. Langfristig sinkt sie dann auf 135000.

Rheinland-Pfalz verliert bis 2060 insgesamt mehr als 800000 Einwohner. Vor allem auf dem Land im Südwesten (Birkenfeld, Kusel, Südwestpfalz) sinkt die Bevölkerungszahl kontinuierlich. Auch in den Kreisen Bernkastel-Wittlich (von 110000 auf 86000) und Bitburg-Prüm (von 94000 auf 75600) sowie im Vulkaneifelkreis (von 61000 auf 44500) werden dann erheblich weniger Menschen leben.

Die Bevölkerung wird mittelfristig deutlich altern, sagen die Statistiker: Das mittlere Alter steigt bis 2060 von 44 auf 51 Jahre. Der Anteil der Jüngeren unter 20 Jahren sinkt auf 15,4 Prozent, der Anteil der Älteren über 65 Jahren steigt auf 33,7 Prozent.

Die Entwicklung ist vor allem auf den Geburtenrückgang zurückzuführen. "Seit 1972 gibt es mehr Gestorbene als Geborene", sagt Jörg Berres, Chef des Statistischen Landesamtes. Auch die Zuwanderung hat abgenommen. Für die Politik liefert die Bevölkerungsprognose Fingerzeige, nicht nur in Bezug auf die Verteilung von Fördermitteln und die Ausweisung von Baugebieten. Auch im ländlichen Raum müssten durch Infrastruktur attraktive Lebensverhältnisse ermöglicht werden, sagt Innenstaatssekretärin Heike Raab. Sozialstaatssekretärin Jacqueline Kraege verweist auf den Aktionsplan "Gut leben im Alter" der Landesregierung, der etwa medizinische Versorgung und Pflegestützpunkte berücksichtige.