Projekte gegen Aids

TRIER. Nach neun Monaten ging gestern eine bundesweit einmalige Aktion in einem deutschen Bistum zu Ende: Die am 28. Februar gestartete Aids-Initiative im Bistum Trier brachte Spenden in Höhe von 170 000 Euro zusammen.

"Die Kampagne wollte das Engagement der Kirche in Afrika im Kampf gegen Aids unterstützen und auf die Katastrophe aufmerksam machen", sagt Werner Schmitz, Missio-Referent imBistum Trier. Durch eine Unterschriftenaktion, an der sich fast 23 000 Menschen beteiligt haben, wurden die Forderungen des bundesweiten ökumenischen Aktionsbündnisses gegen Aids unterstützt. Schmitz: "Die Bundesregierung soll sich stärker am globalen Fonds der Uno für den Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose beteiligen. Die Pharma-Industrie soll die notwendigen Medikamente den betroffenen, extrem armen Ländern zu den Herstellungskosten bereit stellen." Zu den Projekten, die bereits durch die Spendengelder unterstützt wurden, gehören eine Missionsstation in Battor (Ghana), eine Druckerei zur Aids-Aufklärung in Dedougou (Burkina Faso) und ein Garten für Aids-Waisen in Emmaus-Mission (Südafrika). Noch in diesem Jahr sollen weitere Summen nach Afrika fließen. Anträge von 17 Projekten liegen dem Bistum vor. "Die Botschaft, Aids zur Chefsache zu machen, ist bei der Bundesregierung noch nicht angekommen", räumt Bernhard Kühn ein. Der Leiter des Referats Bildung, Gesundheit und Bevölkerungspolitik im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bestätigte, dass das Thema Aids aus der "entwicklungspolitischen Ecke" heraus müsse und gab die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft zur Aids-Bekämpfung bekannt.

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