Weitere Fahrten für Schwangere: Protest gegen Aus von Geburtshilfen

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Im Land haben mehr als 20 Abteilungen in den vergangenen zehn Jahren geschlossen. Frauen warnen vor den Folgen.

Die Landfrauen in Rheinland-Pfalz setzen sich gegen das massive Aus von Geburtshilfen zur Wehr, was schwangere Frauen zu weiten Fahrten zwingt. Gemeinsam mit Hebammen protestieren sie am Mittwoch, 25. September, in Mainz dafür, die Versorgung landesweit zu sichern. „Es ist nicht hinnehmbar, den ländlichen Raum zunehmend ausbluten zu lassen“, sagt Gudrun Breuer, Vizepräsidentin des Landfrauenverbands Rheinland-Nassau aus Winringen in der Eifel.

Gab es in Rheinland-Pfalz 2009 noch 52 Kliniken, die Geburtshilfe anboten, sank die Zahl bis 2017 auf 32. Die Zahl von Geburten sei dafür im gleichen Zeitraum von 30 089 auf 37 443 gestiegen. Ende des vergangenen Jahres machte unter heftigen Protesten von Bürgern noch die Geburtsstation in Daun dicht. Breuer nennt die Versorgung in weiten Teilen der Eifel „miserabel“. Aus manchen Orten müssten schwangere Frauen 40 Minuten über die Autobahn ins nächstgelegene Krankenhaus fahren. Weite Wege gefährdeten aber die Gesundheit von werdenden Müttern und deren Kindern, klagen Landfrauen und Hebammen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Christoph Gensch wirft der rot-gelb-grünen Ampelkoalition massive Versäumnisse wie eine „desaströse Investitionsförderung der Krankenhäuser“ vor und spricht von einer „Versorgungskrise“ in Daun. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichten­thäler (SPD) weist die Vorwürfe scharf zurück. „Es gibt keine Versorgungskrise in Daun. Wer das behauptet, schürt Ängste.“ Der Träger des Dauner Klinikums habe entschieden, die Geburtshilfe zu schließen. Das Land habe intensiv mit umliegenden Kliniken gesprochen, um den Wegfall aufzufangen und die Geburtenhilfe flächendeckend zu sichern. Die Ampelkoalition setzt sich zum Ziel, die Versorgung zu verbessern. Sie plant Hebammen-Kreißsäle und Hebammenzentralen, wie sie bereits in Trier und Daun existieren.

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