Protest mit Pfeifen, Ratschen und Plakaten

Protest mit Pfeifen, Ratschen und Plakaten

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes haben Beschäftigte in mehreren Bundesländern ihre Warnstreiks fortgesetzt. Betroffen waren in Rheinland-Pfalz unter anderem Schulen, Straßenmeistereien und Universitäten.

Mainz/Trier. (dpa/sey) Polizisten mit Plakaten, Feuerwehrleute mit Pfeifen und Lehrer mit lauten Ratschen: Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen mit den Ländern an diesem Wochenende stehen auch im öffentlichen Dienst an Rhein und Saar die Zeichen auf Streik. Mit Trommeln, Tröten und Transparenten haben gestern mehrere Tausend Landesbeschäftigte in Rheinland-Pfalz und im Saarland bei Warnstreiks und Demonstrationen ihre Tarifforderungen unterstrichen - in Rheinland-Pfalz unterstützt von Polizeibeamten, die sich in ihrer Freizeit unter die Protestierer mischten.

Unter den Demonstranten waren auch einige Hundert Lehrer - größtenteils Angestellte, da Beamte nicht streiken dürfen. Der vorausgesagte Unterrichtsausfall an den Schulen hielt sich zumindest in der Region Trier in Grenzen. Lediglich an der Treverer-Schule und der Kurfürst-Balduin-Hauptschule (beide Trier) fielen Stunden aus. An der Treverer-Schule fehlte die Hälfte des Personals. An der Balduin-Hauptschule mussten nach Angaben eines Sprechers vier Klassen nach Hause geschickt werden, weil mehrere Lehrer fehlten. Von denen allerdings lagen die meisten krank im Bett; "nur zwei haben gestreikt", sagt der Sprecher.

Ein wenig sauer war gestern morgen der Direktor des Dauner Thomas-Morus-Gymnasiums, Günter Bürkle. Auch von dieser Schule beteiligten sich Lehrer am Streik, hatte die Bildungsgewerkschaft GEW gesagt. "Unsere drei angestellten Lehrer sind alle da", meldete Bürkle dagegen am Streik-Tag und riet der GEW, "in Zukunft besser zu recherchieren". "Mein Fehler, tut mir leid", entschuldigte sich am Nachmittag Gewerkschaftssprecherin Theresia Görgen, sie habe das Dauner mit dem Neuerburger Gymnasium verwechselt. Neben Trier und Neuerburg hätten aus der Region auch Lehrer aus Monzelfeld, Waxweiler und Konz an der Demo in Mainz teilgenommen - insgesamt 40 Pädagogen.

Ein mit Schlapphut und Brille maskierter Redner, den die Gewerkschafter in Mainz als angeblichen Vertreter des Landes präsentierten, betonte in launigen Worten, dass die SPD-Landesregierung zugesagt habe, das Tarifergebnis auf die Beamten zu übertragen. Verdi und die Beamtengewerkschaft DBB fordern für die 700 000 Angestellten der Länder acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro im Monat. Kommt es bei der vorerst letzten Tarifrunde am Wochenende zu keinem Abschluss, wird ein Arbeitskampf wahrscheinlich. Die Arbeitgeber haben ein Angebot angekündigt.

Mehr von Volksfreund