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Prozess gegen mutmaßliche Dealer verzögert sich

 Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen. Foto: Britta Pedersen/Archiv
Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen. Foto: Britta Pedersen/Archiv FOTO: Britta Pedersen
Koblenz. Ein Jahr nach dem bis dahin bundesweit größten Fund von LSD hat ein organisatorisches Problem den Prozessbeginn gegen sieben mutmaßliche Drogendealer vor dem Landgericht Koblenz verzögert. Die sechs Männer und eine Frau sollen in Europa mit Lastwagen auch Kokain, Amphetamin, Haschisch, Marihuana, Ecstasy-Tabletten und andere Drogen geschmuggelt und verkauft haben. dpa

Der Vorsitzende Richter Thomas Metzger sagte am Dienstag vor dem Prozessauftakt im größten Saal des Landgerichts, es fehle ein Angeklagter, der im weit entfernten Frankenthal in Untersuchungshaft sitze: „Ich werde mit denen mal telefonieren, damit die sich auf die Socken machen.“ Die Hauptverhandlung sollte nun statt um 9.00 erst um 13.30 Uhr am Dienstag beginnen.

Laut der 326-seitigen Anklage waren bei Fahrten zwischen September 2016 und Januar 2018 jeweils Hunderte Kilogramm Rauschgift transportiert worden. Die mutmaßliche Bande habe dafür ein internationales Firmengeflecht etwa der Speditions- und der Handelsbranche genutzt. Als Tatorte nennt die Staatsanwaltschaft Andernach und Plaidt im nördlichen Rheinland-Pfalz, München sowie unter anderem Spanien, die Niederlande, Belgien, England, Dänemark und Schweden. Die sechs Männer im Alter zwischen 34 und 50 Jahren sitzen nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft - die einzige Frau (34) ist auf freiem Fuß.

Bei zwei Durchsuchungen in Plaidt und Andernach entdeckten die Fahnder im Januar 2018 etwa 646 Kilogramm Drogen mit einem geschätzten Marktwert von fast zehn Millionen Euro. Darunter befanden sich auch 49 500 LSD-Portionen auf bunten Papierchen.