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Prozess um gestohlene Motorräder: Landgericht stellt Verfahren ein

Prozess um gestohlene Motorräder: Landgericht stellt Verfahren ein

Ein Prozess vor dem Trierer Landgericht gegen drei Männer wegen Hehlerei mit gestohlenen Motorrädern und Urkundenfälschung ist schon am ersten Tag beendet worden. Die Dritte Große Strafkammer hat das Verfahren eingestellt.

Die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Trier hat das Verfahren gegen drei Männer im Alter von 46, 49 und 50 Jahren wegen bandenmäßiger Hehlerei mit gestohlenen Motorrädern und Urkundenfälschung eingestellt. Nach der Bewertung aller Akten und Aussagen der Angeklagten sei "ein Schuldspruch sehr fraglich", erläuterte Richter Armin Hardt den Beschluss der Kammer.

Die Staatsanwaltschaft Trier hatte den drei Männern, die aus dem Raum Koblenz, dem Saarland und dem Ruhrgebiet stammen, vorgeworfen, vorwiegend in den Jahren 2006 und 2007 in sechs Fällen gestohlene Motorräder aufgekauft und dann mit Hilfe gefälschter Dokumente gewinnbringend weiterverkauft zu haben. Dabei soll unter anderem die Motorrad-Werkstatt eines der Angeklagten im Landkreis Cochem-Zell als Tatort gedient haben.

Laut Anklageschrift soll ein ehemals vierter Mitangeklagter, gegen den bereits 2012 das Verfahren eingestellt wurde, mehrfach Motorräder in diese Werkstatt gebracht haben. Diese seien zuvor in den USA gestohlen und von ihm für 2000 bis 3000 Euro erworben worden. Laut Staatsanwaltschaft soll er an den Zweirädern der Marke Harley-Davidson Motor-, Rahmen- und Herstellernummern entfernt und durch Fantasienummern ersetzt haben. Der Werkstattbesitzer - wie der frühere Mitangeklagte zu diesem Zeitpunkt Mitglied des Motorradclubs Bandidos - soll dann mit gefälschten Import- und Zollbescheinigungen eine Wiederzulassung der Fahrzeuge vorbereitet haben. Ein weiterer Angeklagter, Sachbearbeiter beim Tüv, habe dann vor Ort in der Werkstatt entsprechende Gutachten erstellt, damit die Räder zugelassen und für etwa 10 000 Euro weiterverkauft werden konnten. Der dritte Angeklagte soll beim Transport der Maschinen geholfen haben.

Auf Beschluss der Dritten Großen Strafkammer am Trierer Landgericht ist das Verfahren nun am ersten Prozesstag eingestellt worden. Den drei Angeklagten sei nur schwer nachzuweisen, dass sie "Kenntnis davon hatten, dass die Motorräder gestohlen waren", erläuterte Richter Armin Hardt im Gerichtssaal. Weil die vorgelegten Papiere "durchaus echt" aussähen, sei dem Tüv-Mitarbeiter zudem schwer nachzuweisen, dass er von deren Unechtheit wusste oder diese hätte bemerken müssen. Dazu komme, dass der Werkstattbesitzer zurzeit bereits eine Freiheitsstraße von drei Jahren und zehn Monaten wegen räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung in der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel verbüße. Im Falle eines Schuldspruchs hätte aus dieser und der vom Landgericht verhängten Strafe eine Gesamtstrafe gebildet werden müssen. "Da wäre nicht wesentlich mehr dazugekommen", sagte Hardt.

Da das Ergebnis des Verfahrens möglicherweise ein Freispruch sein werde, wolle man die Kosten für weitere elf Verhandlungstage vermeiden.