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Prozessauftakt nach tödlichen Hammerschlägen

Prozessauftakt nach tödlichen Hammerschlägen

Mit zwölf Hammerschlägen auf den Kopf soll ein 26-jähriger Lagerarbeiter seine Ex-Freundin getötet haben. Ab heute muss sich der gebürtige Leipziger wegen Mordes vor dem Trierer Landgericht verantworten.

(sey) Glaubt man der Anklageschrift des Trierer Staatsanwalts Eric Samel, hatte das Opfer keine Chance: Als die 20 Jahre junge Eifelerin an einem späten Juniabend die Wohnhaustreppe hinunterging, soll der Angreifer ihr von hinten mit einem schweren Hammer auf den Kopf geschlagen haben. Die Frau stürzte die Treppe hinab, blieb im Erdgeschoss liegen, wo der Täter noch mindestens elf Mal auf sie eingeschlagen haben soll. „Er wollte die Frau töten“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer, der auch die Motive zu kennen glaubt: „Eifersucht, gekränkter Stolz und Besitzdenken.“Ab heute wird dem mutmaßlichen Täter in Trier der Prozess gemacht. Mord aus Heimtücke werfen die Ankläger dem ehemaligen Lebensgefährten des Opfers vor. Der 26-jährige gelernte Maurer soll die Ex-Freundin nach einem Streit in der gemeinsamen Wohnung in Höchstberg (Verbandsgemeinde Kelberg) getötet haben. Weil die junge Frau am Morgen nach der Tat nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen war, hatte sich die Mutter Sorgen gemacht und die Polizei alarmiert. Im Kellerraum des von dem Paar bewohnten Hauses wurde die Leiche der 20-Jährigen schließlich gefunden. Der Verdacht richtete sich rasch gegen den Ex-Freund. Er war am Abend nach der Tat im Westerwald festgenommen worden, rund 80 Kilometer von Höchstberg entfernt. Offenbar hatte das von den Ermittlern geortete Handy die Fahnder auf die Spur des Mannes geführt. In einer ersten Vernehmung räumte der 26-Jährige ein, die junge Frau nach einem Streit erschlagen zu haben. Inzwischen soll der in Untersuchungshaft sitzende Mann seine Aussagen aber mehrfach abgeändert haben, sagte Chef-Staatsanwalt Jürgen Brauer dem TV. „Es geht jetzt in Richtung Notwehr. Angeblich wurde er mit einem Teppichmesser bedroht.“ Was die Staatsanwaltschaft von dieser Version hält, ist der Anklage zu entnehmen. Bei einer Verurteilung droht dem wegen Diebstahls und Beleidigung vorbestraften 26-Jährigen eine lebenslange Gefängnisstrafe. Die Verteidigerin des Angeklagten, die Trierer Rechtsanwältin Martha Schwiering, wollte sich vor Verhandlungsbeginn nicht äußern. Der Prozess ist bis Ende Januar terminiert.