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Rabatte, Dinos, Flohmärkte: Wie der Handel um Kunden wirbt

Rabatte, Dinos, Flohmärkte: Wie der Handel um Kunden wirbt

Vom Sommerschlussverkauf zum "Sale": Seit zehn Jahren sind Rabattaktionen nicht mehr gesetzlich geregelt. Weil jederzeit Schnäppchen angeboten werden dürfen, lassen sich die Händler der Region immer mehr einfallen.

War die sommerliche Schnäppchenjagd im Schlussverkauf (SSV) noch bis vor zehn Jahren per Gesetz zeitlich festgelegt, so müssen sich die Händler inzwischen einiges einfallen lassen, um die Kunden in die Geschäfte zu locken. "Wir wollen und müssen für Aufmerksamkeit sorgen, um den Einzelhandel in der Innenstadt attraktiv zu machen", sagt Edgar Bujara, Vorsitzender des Gewerbevereins Bitburg.

Er verweist auf den Erfolg der ersten Braderie vor kurzem in der Bierstadt. Der Andrang zum Einzelshandelsflohmarkt überraschte selbst die Bitburger Einzelhändler. "Hochwertige Ware zum Schnäppchenpreis vor der Ladentüre, garniert mit Musik und Gastronomie - die Stimmung hat gepasst", sagt Bujara. Er schätzt das Umsatzplus auf "mindestens 20 Prozent".

Eine Erfahrung, die Ruth Reitz-Born, Sprecherin des Stadtmarketings Wittlich, teilt: "Weil es keine festen Rabattzeiten mehr gibt, reduzieren viele Händler ihre Waren immer früher. Vor allem große Ketten beginnen früh damit." Folglich müssten Mittelzentren wie Wittlich und Bitburg auf die Konkurrenz aus Trier, Koblenz und Köln mit Sonderaktionen reagieren. So hatte auch Wittlich jüngst seinen Einzelhändlerflohmarkt. "Damit bieten wir unseren Kunden zwei Extratage für Schnäppchen und ersetzen quasi den ehemaligen Schlussverkauf", sagt Karsten Mathar vom Stadtmarketing Wittlich. Das Plus für den Handel: Die Lager sind geräumt.

Auch im Einzelhandel der Stadt Trier merkt man die "Verwässerung" bei den Rabattzeiten, wie Benno Skubsch, Centerleiter der Trier-Galerie, sagt. Manche Mieter orientierten sich an klassischen Zeiten, andere reagierten spontan, auch je nach Wetter: "Dennoch haben die Käufer den Zeitraum des SSV fest im Blick - und kaufen dann auch ordentlich." So auch in diesem Jahr. "Uns kommt der späte Ferienbeginn im Land zugute", sagt Sabine Clabbers, Geschäftsführerin der Galeria Kaufhof Trier. Die Renner bei Rabatten von bis zu 70 Prozent: T-Shirts und Sandalen bei den Einheimischen und Wanderbekleidung sowie Freizeitartikel bei Touristen aus Benelux.