Razzia im Rotlichtmilieu - Polizei kontrolliert 20 Bordelle und Clubs

Razzia im Rotlichtmilieu - Polizei kontrolliert 20 Bordelle und Clubs

Die rheinland-pfälzische Polizei hat am Donnerstagabend in einer groß angelegten Razzia zahlreiche Einrichtungen im Rotlichtmilieu kontrolliert, darunter in Trier, Wittlich, Bitburg, Prüm, Idar-Oberstein und Baumholder 20 Bordelle und Clubs. Ziel des Einsatzes war die Bekämpfung des Menschenhandels und der Zwangsprostitution.

Rund 50 Polizeibeamte des Polizeipräsidiums Trier sowie Steuerfahnder und Mitarbeiter kommunaler Ordnungs- und Ausländerämter überprüften in insgesamt 20 einschlägig bekannten Barbetrieben, Clubs, Bordellen und Terminwohnungen 133 Personen. Dabei konzentrierten sich die Ermittlungen auf Einrichtungen in Trier, Wittlich, Bitburg, Prüm, Idar-Oberstein und Baumholder.

In einer Bar fiel eine 31-jährige Ukrainerin auf, die sich illegal in Deutschland aufhält. In demselben Etablissement wurden gegen zehn Rumäninnen Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstattet, da sie alle keine Arbeitserlaubnis hatten.

Polizei, Steuerfahndung und Ordnungsbehörden kontrollierten nach Angaben des Landeskriminalamtes am Abend landesweit 111 Bordelle, Bars, Clubs, Terminwohnungen und Wohnmobile, so genannte "Love-Mobiles". Insgesamt wurden 410 Personen überprüft.

Damit beteiligte sich Rheinland-Pfalz an der zweiten vom Bundeskriminalamt koordinierten bundesweiten Aktion. Insgesamt waren 13 Bundesländer und über 120 Polizeidienststellen beteiligt. Ein Schwerpunkt lag auf der Suche nach westafrikanischen Frauen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind.

Nigerianische Frauen werden in ihrem Heimatland angeworben und durch Sprachschulung und Verhaltenstraining auf die Schleusung ins Ausland vorbereitet. Durch Voodoo-/Juju-Rituale, in denen sie schwören müssen, dass sie den Anweisungen ihrer Zuhälterinnen bedingungslos Folge leisten und sich nicht an die Polizei wenden, werden diese Frauen in eine psychische Zwangslage gebracht, die ihr späteres Verhalten in Europa bestimmt. Die nach Europa eingeschleusten Nigerianerinnen werden dann von ihren "Madames" genannten Zuhälterinnen zur Prostitution gezwungen. Die "Kind" genannten Prostituierten müssen ihren Zuhälterinnen die "Schulden" in Höhe von bis zu 60.000 Euro abbezahlen. Die "Madames" sind in der Regel selbst Jahre zuvor eingeschleust worden, der Prostitution nachgegangen und haben mittlerweile einen legalen Aufenthaltsstatus.