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Regierung stellt Zukunft der Landesgartenschauen infrage

Regierung stellt Zukunft der Landesgartenschauen infrage

Heute vor zehn Jahren ist in Trier die Landesgartenschau eröffnet worden. Sie hat trotz der damals geringen Besucherzahlen Vorbildfunktion auch für die nächste Gartenschau in Landau 2015. Die könnte die letzte Veranstaltung dieser Art in Rheinland-Pfalz sein.

Insgesamt 54,5 Millionen Euro hat das Land in die Landesgartenschauen in Kaiserslautern, Trier und Bingen investiert. Für die Veranstaltung in Landau, die am 17. April 2015 eröffnet werden soll, steht eine Fördersumme von bis zu 27 Millionen Euro zur Verfügung. Die wegen der Funde mehrerer Kriegsbomben um ein Jahr verschobene Gartenschau könnte die letzte in Rheinland-Pfalz sein. Nach Aussage des zuständigen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums steht die Entscheidung über weitere Landesgartenschauen "vor dem Hintergrund der Schuldenbremse" auf dem Prüfstand.

In Trier ist vor zehn Jahren auf dem Petrisberg eine 44 Hektar große, zuvor von französischem Militär genutzte Fläche für die Gartenschau umgebaut worden. Ziel war es damals, gleichzeitig die Infrastruktur für einen neuen Stadtteil zu schaffen.

Mit 723.000 zahlenden Besuchern wurde 2004 das Ziel von 1.000.000 Gästen zwar deutlich verfehlt. Das moderne Stadtquartier mit hochwertigem Wohnungsbau, einem Wissenschaftspark, Büro- und Gewerbeflächen sowie einem Naherholungsgebiet mit Freizeit- und Sportstätten sowie Gastronomie ist allerdings so entstanden wie geplant und gilt bei der Stadt und auch bei der Landesregierung als Vorzeigeprojekt für eine gelungene Nachnutzung ehemals militärischer Flächen.

Heute leben dort 2500 Anwohner sowie 850 Studenten. 187 Unternehmen beschäftigen mehr als 1300 Mitarbeiter. Insgesamt, so das Ministerium, hat das Land 16,9 Millionen Euro in Maßnahmen des Städtebaus, der Verkehrsinfrastruktur und des Landschaftsbaus auf dem Trierer Petrisberg investiert. Die Stadt zahlt für die Erhaltung und Pflege des Freizeitgeländes jährlich 780.000 Euro.

Nicht gelöst wurden allerdings die erheblichen Verkehrsprobleme, die durch die Gartenschau und danach durch neue Baugebiete in den Höhenstadtteilen im Osten Triers in den vergangenen zehn Jahren noch größer geworden sind. Der ursprünglich geplante Petrisbergaufstieg ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Bilderbuchwetter nur zum Auftakt - Die Landesgartenschau 2004 und ihre Bedeutung für die Stadt Trier - Eine Analyse des Trierischen Volksfreunds