Region: Arbeitslose sollen zu Erziehern in Kindergärten umgeschult werden

Region: Arbeitslose sollen zu Erziehern in Kindergärten umgeschult werden

Die Bundesagentur für Arbeit plant, Langzeitarbeitslose als Erzieher in Kindergärten zu schicken. Auch in der Region soll qualifizierten Arbeitslosen angeboten werden, dafür eine Fachausbildung zu machen.

Zunächst sollten Langzeitarbeitslose in Pflegeheimen arbeiten. Und nun - so der Vorschlag der Bundesagentur für Arbeit - sollen Hartz-IV-Empfänger mit Realschschulabschluss in Kindergärten eingesetzt werden. 800.000 solcher Langzeitarbeitslosen gibt es in Deutschland, 1300 in der Region. Doch natürlich seien nicht alle trotz des Schulabschlusses für den Beruf des Erziehers geeignet, sagt Thomas Mares von der Trierer Arbeitsagentur.

Die Agentur prüft daher, wie viele der insgesamt 10.000 Arbeitslosen, darunter auch solche, die erst seit kurzem keinen Job mehr haben, in der Region für Umschulungen infrage kommen. Diese sollen gezielt angesprochen werden. Für eine Ausbildung wurden laut Mares in den Erzieherklassen der Berufsschulen in Trier und Prüm bereits zusätzliche Plätze geschaffen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sieht die Pläne kritisch. Die Umschulung müsse sich an der fünfjährigen Regelausbildung zum Erzieher orientieren. Das dürfe keine Schmalspurausbildung sein, sagt Gewerkschaftssekretär Bernd Huster. Er bezweifelt, dass sich unter den Langzeitarbeitslosen "in nennenswertem Umfang Menschen finden lassen, die neben dem Interesse an einer Ausbildung in diesen Beruf auch genügend persönliche Eignung für die Arbeit mit kleinen Kindern mitbringen."

Georg Binninger, beim Bistum Trier zuständig für die Kindergärten, warnt vor Schnellschüssen. In erster Linie seien Qualifikation und Interesse von Bewerbern entscheidend. Wie in allen Kitas fehle in kirchlichen Einrichtungen Personal, vor allem durch den Ausbau der Kleinkindbetreuung. Viele hier ausgebildete Erzieher wechselten nach Luxemburg, wo sie besser bezahlt würden. Binninger schlägt vor, Müttern nach der Erziehungszeit anzubieten, sich als Erzieherinnen zu qualifizieren.

Die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt (Grüne) begrüßt den Vorstoß der Arbeitsagentur. Unterschiedliche berufliche Hintergründe könnten bereichernd sein für Kitas, sagte Alt dem Volksfreund.