Regionale Händler fordern: Mehr Busse und Straßenbahn in Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Fazit des Weihnachtsgeschäfts : Regionale Händler fordern: Mehr Busse und Straßenbahn in Trier

Der Einzelhandel rechnet kurz vor Weihnachten noch mit vielen Last-minute-Käufern und vollen Parkhäusern. Die Kassen der Geschäfte klingeln stärker als je zuvor.

Händler aus der Region fordern einen besseren öffentlichen Nahverkehr, damit Menschen von Mosel, Eifel, Hunsrück und den entlegenen Winkeln der Stadt ohne Stau und Parkchaos bequemer in die Stadt Trier fahren können. Georg Kern, Präsident des rheinland-pfälzischen Einzelhandelsverbands, moniert nach Wochen des Weihnachtsgeschäfts: „Die Erreichbarkeit der Stadt ist miserabel.“ Der Trierer fordert mehr Park-and-ride-Systeme, so dass Besucher ihre Autos an großen Parkplätzen abstellen und mit Bussen in die Stadt fahren können. Kostenlose Modelle hätten sich an den Adventssamstagen bewährt und seien gut angenommen worden, sagt Kern. Er regt auch an, über die Wiederbelebung der alten Straßenbahn in Trier nachzudenken, und verweist auf Vorbilder wie Luxemburg oder die Landeshauptstadt Mainz, die in den vergangenen Jahren die Tram und Mainzelbahn gebaut haben.

Theresia Sanktjohanser, Präsidentin des Handelsverbandes Region Trier, fordert attraktivere Mehrpersonen-Angebote für Busse, durch die Stadtbesucher auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen. „Wenn Familien mit dem Auto nach Trier fahren, ist das Parken immer noch günstiger als der Bus“, sagt sie. Patrick Sterzenbach, Vorsitzender der City-Initiative Trier, befürwortet, den Verkehr in Zeiten des ausgerufenen Klimanotstandes durch ein „permanentes Park-and-ride-Angebot“ zu entlasten. „Das würde Trier als Großstadt gerecht werden“, sagt er.

Händler rechnen heute noch einmal mit vollen Parkhäusern in der Region, weil viele Menschen noch für das Weihnachtsessen einkaufen, ein Last-minute-Geschenk suchen und die Ferien bereits begonnen haben. Die Kassen der Geschäfte klingeln in diesem Jahr stärker als jemals zuvor. Bundesweit sollen die Erlöse aus dem Weihnachtsgeschäft erstmals die 100-Milliarden-Euro-Marke übersteigen, rechnet der Einzelhandelsverband. Für Geschenke geben Verbraucher mehr als 20 Milliarden Euro aus. Durch Angebote wie den „Black Friday“ beginne der Verkauf von Elektrogeräten inzwischen deutlich früher, sagt Kern.

So viel geben die Deutschen 2019 für Weihnachtsgeschenke aus. Foto: obs/idealo internet GmbH

In Rheinland-Pfalz rechnet der Trierer auch mit einem Plus von bis zu 2,5 Prozent bei den Umsätzen, mit denen sich Händler aus der Region zufrieden zeigen. Lars Messerich, Vorsitzender des Gewerbevereins Bitburg, sagt, der Handel in der Stadt habe vom Weihnachtsmarkt profitiert, „der trotz eines regnerischen Dezembers gut besucht war“. Matthias Bungert, Geschäftsführer von Bungert in Wittlich, spricht davon, dass Kunden wieder häufiger persönlich in die lokalen Läden gehen, statt Waren online zu kaufen. „Die Kunden wollen mehr persönliche Beratung und sich nicht Schuhe in drei Größen nach Hause schicken lassen, von denen sie zwei Paar wieder zurückschicken müssen“, sagt er. Werner Schiffgen, Centermanager der Trier Galerie, spricht von einer „Renaissance der lokalen Geschäfte“. Besonders Mode, Parfüms, Kosmetika und Spielwaren seien in diesem Jahr in den Trierer Läden gefragt.

Bei Büchern, sagt Buchhändlerin Claudia Jacoby aus Wittlich, seien besonders der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek („Das Geschenk“), der „Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens und „Winterbienen“ von Norbert Scheuer begehrt. Auch Thomas Vatheuer, Sprecher des Trierer Weihnachtsmarkts, äußerte sich positiv über das Geschäft. Die Händler seien zufriedener als im vergangenen Jahr, weil das Wetter besser mitgespielt habe.