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Regionale Politiker verteidigen Bundespräsident Wulff

Regionale Politiker verteidigen Bundespräsident Wulff

Rückendeckung für den Bundespräsidenten: Genau wie Bundeskanzlerin Angela Merkel stehen auch die meisten der regionalen Bundestagsabgeordneten hinter Christian Wulff. Der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun sieht derzeit keinen Grund für einen Rücktritt des Staatsoberhauptes.

Am kommenden Sonntag wird Christian Wulff seine zweite Weihnachtsansprache als Bundespräsident halten. Kann das wegen eines Privatkredits für sein Haus und mehrerer Urlaubsreisen auf Kosten befreundeter Unternehmer in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident in die Kritik geratene Staatsoberhaupt überhaupt noch glaubwürdig zu den Bürgern sprechen?

Der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun meint: ja. Er hält Wulffs "Fehlverhalten" für nicht gravierend, das Amt sei nicht geschädigt. "Derzeit sehe ich keinen Grund dafür, dass er zurücktreten müsste", sagte Jun in einem TV-Interview. Der Politikwissenschaftler kritisiert in diesem Zusammenhang die Berichterstattung einiger Medien, die nur auf Skandalisierung aus seien und damit zur Politikverdrossenheit der Bürger beitragen würden.

Rückendeckung erhielt Wulff gestern auch von Kanzlerin Angela Merkel: "Der Bundespräsident macht eine hervorragende Arbeit."

Auch die CDU- und FDP-Bundestagsabgeordneten der Region stellen sich hinter den Bundespräsidenten. "Die Frage nach seiner Integrität stellt sich mir nicht im Geringsten", sagt der Trierer CDU-Abgeordnete Bernhard Kaster. Zwar seien das Verhalten und die Kommunikation Wulffs "von Ungeschicklichkeiten gekennzeichnet" gewesen, sagt Patrick Schnieder, CDU-Abgeordneter aus Arzfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm), doch sei das Amt des Bundespräsidenten in "keinster Weise" beschädigt.

Der Dauner FDP-Abgeordnete Edmund Geisen spricht von "menschlichen Schwächen" und fordert Aufklärung und Transparenz, um das Vertrauen der Wähler in die Politik zu stärken - wie der Trierer SPD-Abgeordnete Manfred Nink. Er kritisiert aber, dass eine Vertrauenskrise oder ein Skandal herbeigeredet werde.