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Regionalinitiative IRT: Wenig Geld, viel Enthusiasmus

Regionalinitiative IRT: Wenig Geld, viel Enthusiasmus

Eifel, Mosel, Hunsrück, Saar und Trier: Dafür stehen die fünf Sterne im Logo der Regionalinitiative IRT, die zuletzt nur wenig strahlte. Mit neuer Organisation und neuem Konzept soll sich das ändern. Noch sind nicht alle überzeugt.

Trier. Die Nachricht aus der Vulkaneifel kommt denkbar ungelegen: Am Montagabend hat der Dauner Kreistag mehrheitlich beschlossen, aus der regionalen Energieagentur auszutreten. Und nun sitzen die IRT-Repräsentanten Klaus Jensen (Trierer Oberbürgermeister), Manfred Bitter (HWK) und Matthias Schmitt (IHK) gemeinsam am Tisch, um den versammelten Journalisten die Bedeutung eines gemeinsamen Vorgehens der politischen und wirtschaftlichen Akteure in der Region zu erklären. "Die regionale Klammer ist unverzichtbar", sagt Jensen und der HWK-Hauptgeschäftsführer pflichtet ihm bei.
Zumindest in der Vulkaneifel scheint man diese Meinung mehrheitlich nicht zu teilen. Denn schon vor knapp zwei Jahren hat der Dauner Kreistag den Ausstieg aus der Initiative Region Trier beschlossen. Die jährlich 16 500 Euro Mitgliedsbeitrag waren vielen Ratsmitgliedern zu teuer. In etwa den gleichen Betrag zahlt der Vulkaneifelkreis für seine Mitgliedschaft in der Energieagentur; nach dem Austrittsbeschluss in diesem Jahr allerdings zum letzten Mal.
Der Kreis Bernkastel-Wittlich hat vor zwei Jahren auch über einen Austritt aus der IRT nachgedacht, die Entscheidung dann aber noch einmal auf die Zeit nach der Reform vertagt. Inzwischen scheint die Kritik dort verstummt zu sein. Würde sie in Bernkastel-Wittlich noch einmal aufleben und womöglich in einen Austrittsbeschluss wie im benachbarten Vulkaneifelkreis münden, wäre dies wohl auch gleichbedeutend mit dem Anfang vom Ende der vor 18 Jahren gegründeten IRT.
Dabei wähnen sich deren Vorstände Klaus Jensen und Manfred Bitter nach der organisatorischen und thematischen Neuausrichtung nun vor einer echten Renaissance der Initiative. "Es läuft hervorragend", schwärmt der Trierer Oberbürgermeister. Und HWK-Hauptgeschäftsführer Bitter pflichtet ihm bei, dass bei den Treffen jetzt alle da seien und konstruktiv gearbeitet werde. Das sehen offenbar auch die Mitglieder so. Während in den IRT-Krisenjahren 2009/2010 rund ein Drittel der Mitglieder austrat, überwiegend Unternehmen, ist laut Geschäftsführer Matthias Schmitt seit vergangenem Jahr der Abwärtstrend gestoppt. Das ist wohl auch der Tatsache zu verdanken, dass die Mitgliedsbeiträge massiv gesenkt wurden - um knapp 80 Prozent. Das macht einen Beitritt zwar attraktiv, schränkt aber den finanziellen Handlungsspielraum der IRT-Verantwortlichen massiv ein. Laut Schmitt verfügt die IRT jetzt über 45 000 Euro Mitgliedsbeiträge jährlich, vorher seien es 200 000 Euro gewesen.
Trotz schmalen Budgets wolle die Regionalinitiative durch gute Arbeit überzeugen, sagt Vorstandsmitglied Manfred Bitter. Seine Hoffnung: "Dann kommt auch der Vulkaneifelkreis eines Tages wieder mit ins Boot."