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Regionalzüge bekommen keine Probleme

Regionalzüge bekommen keine Probleme

Die Pläne der französischen Staatsbahn SNCF, eine Fernverkehrsverbindung von Metz über Luxemburg und Trier nach Hamburg anzubieten, scheinen weiter fortgeschritten zu sein, als bisher bekannt ist. Nach TV-Informationen hat es schon Gespräche über Fahrpläne gegeben.

Trier. Die Franzosen scheinen es ernst zu meinen. Die Pläne der französischen Staatsbahn SNCF für eine direkte Bahnverbindung von Metz über Luxemburg und Trier nach Hamburg (der TV berichtete) sind wohl schon sehr konkret. Nach TV-Informationen hat es bereits Gespräche über die genaue Trassenführung gegeben - und über einen möglichen Fahrplan für den täglichen Zug in die Hansestadt und zurück. Die Strecke führt von Metz über das lothringische Thionville und das luxemburgische Bettembourg in die Hauptstadt des Großherzogtums; von da an über Wasserbillig und Igel (Trier-Saarburg) nach Trier, entlang der Mosel (Wittlich, Cochem) über das Mittelrheintal nach Köln und durch das Ruhrgebiet bis Hamburg.

Verband kennt die Pläne seit Wochen



Die SNCF-Tochter Keolis hat bei der für das deutsche Schienennetz zuständigen Bahngesellschaft DB Netz einen sogenannten Rahmenvertrag für die Verbindung von 2011 bis 2015 beantragt. "Wir nehmen die Planungen sehr ernst", sagt Thomas Geyer, Direktor des für den Schienennahverkehr zuständigen Zweckverbands SPNV Nord. Dem Verband sind die Pläne seit einigen Wochen bereits bekannt.

Die Bahngewerkschaft fürchtet, dass es durch den zusätzlichen Verkehr zwischen Trier und Koblenz Einschränkungen beim Regionalverkehr auf der sogenannten Moselstrecke geben könnte. Ein Stundentakt der Regionalexpresszüge zwischen Koblenz, Trier und Saarbrücken sei dann nicht mehr möglich, sagte der stellvertretende Vorsitzende von Transnet im Saarland, Ralf Damde, der Saarbrücker Zeitung.

Zweckverbandsdirektor Geyer bestätigte dem TV, dass es durch die zusätzliche Fernverbindung nach Hamburg zu sogenannten Trassenkonflikten auf der Moselstrecke kommen könnte. "Die sind aber beherrschbar", sagt Geyer und verweist darauf, dass man diese Frage bereits einvernehmlich gelöst habe. Trasse meint hier hier die Berechtigung, eine Bahnstrecke zu einer genau festgelegten Zeit mit einem bestimmten Zug zu befahren - ähnlich also den Slots (Zeitfenstern) auf Flughäfen, die für die dort startenden und landenden Fluggesellschaften festgelegt sind.

Gewerkschaft fürchtet Preiskrieg



Weil Fernzüge schneller sind als Nahverkehrszüge und der Fernverkehr in der Regel Vorrang hat, kann es auf einer Strecke mit einem hinter einem Regionalzug fahren Fernzug zu einem Trassenkonflikt kommen. Der Fernzug nach Hamburg soll den Regionalexpress im Cochemer Bahnhof überholen. Daher sieht Geyer den Stundentakt beim Regionalexpress-Verkehr auf der Strecke nicht in Gefahr. Größere Probleme sieht er auf der Rheinstrecke. Dort will die französische Bahn bis zu fünf Mal am Tag Fernzüge von Straßburg aus Richtung Norddeutschland fahren lassen.

Die Gewerkschaft Transnet fürchtet durch die zunehmende ausländische Konkurrenz auf der deutschen Schiene einen Preiskrieg, der dazu führen könnte, dass die Deutsche Bahn auf weniger attraktiven Strecken die Preise erhöht. Der Fahrgastverband Pro Bahn hofft, dass durch den zusätzlichen Wettbewerb auch wieder Fernverkehrsstrecken bedient werden, die die Deutsche Bahn vernachlässigt.