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Rekorde in der Region: Minirenten für Frauen, Spitzenpensionen für Beamte

Rekorde in der Region: Minirenten für Frauen, Spitzenpensionen für Beamte

Bald gibt es mehr Geld für Rentner. Die Region Trier weist allerdings bei der Höhe der Bezüge Besonderheiten auf: Zum „Luxemburg-Effekt“ gesellt sich die Tatsache, dass Frauen auf dem Land im Schnitt nur sehr wenig Geld bekommen. Die Beamtenpensionen hingegen sind die höchsten Deutschlands.

Die Deutsche Rentenversicherung bereitet derzeit Infobriefe vor, über die die Empfänger sich freuen dürften: Denn die Renten steigen. Ab dem 1. Juli erhalten Rentner rund 2,2 Prozent mehr Geld.
Für viele Frauen bedeutet dies jedoch nur ein paar Euro mehr. Denn die neuesten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen, dass Frauen in der Region Trier im Schnitt nur eine sehr kleine Rente bekommen und dass es ein starkes Stadt-Land-Gefälle gibt: Haben sie in Trier durchschnittlich 475 Euro (was über dem Landesschnitt von 430 Euro liegt), so sind es in den Kreisen ringsum deutlich weniger, nämlich zwischen 325 (Eifelkreis Bitburg-Prüm) und 365 Euro (Kreis Trier-Saarburg) monatlich. Hans-Georg Arnold von der Deutschen Rentenversicherung zufolge liegt dies daran, dass sich die traditionelle Rollenverteilung gerade in den ländlichen Regionen lange gehalten hat. Allerdings haben auch die Männer im Mittel sowohl in Trier (923 Euro) als auch in den Kreisen ringsum weniger als die 1000 Euro, die es im Landesschnitt gibt. Am wenigsten Rente bekommen sie im Eifelkreis (883 Euro). Diese Zahlen bedeuten aber nicht, dass es ihnen finanziell schlechter geht. Denn hier greift der Luxemburg-Effekt: Viele beziehen eine luxemburgische Rente, die in den deutschen Statistiken nicht auftaucht.
Eine weitere Besonderheit der Region Trier deckt der Vorsorgeatlas Deutschland auf: Forscher der Uni Freiburg haben herausgefunden, dass pensionierte Beamte nirgends in Deutschland so viel Geld bekommen wie hier, nämlich durchschnittlich 2775 Euro im Monat. Nach Einschätzung des Deutschen Beamtenbundes liegt dies daran, dass in Trier wegen der Universität, der Fachhochschule und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion besonders viele hochrangige Beamte arbeiten. Trotz der großen Diskrepanz zur gesetzlichen Rente sei für Neiddebatten kein Raum, sagt Malte Hestermann, Landesgeschäftsführer des Beamtenbunds. Zum einen werde die Pension deutlich höher besteuert. Zum anderen hätten zwei Drittel der Beamten mindestens einen Fachhochschulabschluss - was völlig legitim zu höheren Bezügen und Pensionen führe.

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