Deutliches Plus So viel haben Rentner ab Juli zusätzlich im Geldbeutel

Analyse | Trier · Die Renten steigen deutlich, um 4,57 Prozent. Doch wie macht sich das genau bemerkbar? Wir haben nachgerechnet.

Die Rente steigt im Juli um fast fünf Prozent.

Die Rente steigt im Juli um fast fünf Prozent.

Foto: dpa/Andreas Gebert

Rund 850.000 Menschen in Rheinland-Pfalz bekommen Altersrente – wenn sie mindestens 35 Jahre gearbeitet haben. Sie bekommen, wie alle 21 Millionen Rentner in Deutschland, ab Juli mehr Geld. Die Rentenbezüge steigen um 4,57 Prozent. Dies betrifft nicht nur die gesetzlichen Altersrenten, sondern auch die Renten wegen Erwerbsminderung, die Hinterbliebenenrenten, die Renten aus der Alterskasse der Landwirte sowie die gesetzlichen Unfallrenten.

So viel mehr bekommen Rentner ab Juli

Grund für die kräftige Rentenerhöhung seien „der starke Arbeitsmarkt und gute Lohnabschlüsse“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kürzlich. Die Rentenanpassung beruht laut Bundessozialministerium auf den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes und der Rentenversicherung. Die Erhöhung fällt stärker aus als prognostiziert.

Doch wie genau wirkt sich die Erhöhung im Geldbeutel aus? Wir haben nachgerechnet. So viel gibt es (brutto) jeden Monat mehr ab 1. Juli:

  • Bisher 700 Euro künftig: 731,99 Euro
  • 1000 Euro – 1045,70 Euro
  • 1200 Euro – 1255,84 Euro
  • 1400 Euro – 1463,98 Euro
  • 1700 Euro – 1777,69 Euro
  • 2000 Euro – 2091,40 Euro
  • 2400 Euro – 2509,68 Euro

In der Region liegt die Durchschnittsrente nach 45 Versicherungsjahren bei den Männern bei 1145,64 Euro und bei den Frauen bei 788,39 Euro. In den vergangenen Jahren sind die Bezüge immer weiter gestiegen. 2012 lag die Durchschnittsrente bei den Männern in der Region noch bei 881,54 Euro und bei Frauen bei 427,11 Euro.

So entwickelt sich die Rente in den kommenden Jahren

In den kommenden Jahren sollen die Renten zwar weiter steigen, aber nicht mehr in dem Umfang wie in diesem Jahr. Im aktuellen Rentenversicherungsbericht wird eine durchschnittliche Steigerungsrate von 2,6 Prozent pro Jahr bis 2037 genannt. Der Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung liegt in diesem Jahr bei 18,6 Prozent. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen je die Hälfte.

Nicht nur die Rentenbezüge steigen ab Juli, sondern auch der Rentenwert, nämlich von derzeit 37,60 auf 39,32 Euro. Der Rentenwert gibt an, wie viel ein sogenannter Entgeltpunkt oder Rentenpunkt wert ist. Die Entgeltpunkte sammeln Versicherte über die Jahre: Wer in einem Jahr so viel verdient wie der Durchschnitt im Land, bekommt dafür einen Punkt. Der Bruttodurchschnittsverdienst lag 2023 in Westdeutschland bei 43.142 Euro im Jahr. Wer genauso viel verdient hat, erhält für das Jahr einen Entgeltpunkt. Lag der Verdienst darunter, sinkt der Rentenwert.

Die Zahl der Entgeltpunkte multipliziert mit dem Rentenwert plus weitere Faktoren ergibt dann die Rente. Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeute die Rentenanpassung nun einen Anstieg um 77,40 Euro, rechnete das Bundessozialministerium vor.

Nicht alle Rentner müssen Steuern zahlen

Bei den Rentenbezügen handelt es sich um Bruttobeträge. Neben Beiträgen für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung gehen auch Steuern ab. Wie hoch die sind, hängt von der Höhe der Rente ab. Rentner, die ab 2020 in den Ruhestand gegangen sind, müssen 80 Prozent der Bezüge versteuern, ab 2058 sollen es 100 Prozent sein. Versteuert werden muss nur das Einkommen, das oberhalb des Grundfreibetrags liegt. Für 2023 gilt ein Grundfreibetrag von 10.908 Euro für Alleinstehende und 21.816 Euro für Verheiratete.

Bei einer Rente von 19.200 Euro im Jahr (1600 Euro im Monat) sind 3840 Euro (20 Prozent) steuerfrei. 15.360 Euro müssen also versteuert werden.

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