Republikaner Romney im Trommelfeuer der Kritik

Republikaner Romney im Trommelfeuer der Kritik

Es ist so ziemlich der schlimmste Vorwurf, den man sich derzeit in den USA angesichts der anhaltenden Job-Krise vorstellen kann: ein Arbeitsplatz-Vernichter zu sein. Genau dieser Kritik muss sich der Republikaner Romney bei den Vorwahlen für die US-Präsidentschaftskandidatur erwehren.

Washington/Manchester. Der in Umfragen klar führende republikanische Bewerber Mitt Romney ist gestern, am Tag der Präsidentschaftsvorwahlen im Bundesstaat New Hamsphire, mit der Unterstellung konfrontiert worden, er sei ein Arbeitsplatz-Vernichter. Nach dem knappen Acht-Stimmen-Sieg in Iowa nun bei der zweiten Abstimmungsrunde favorisiert, hat er sich die über ihm aufgezogenen dunklen Wolken selbst zuzuschreiben. Denn Romney lieferte seinen republikanischen Mitbewerbern, allen voran Ex-Botschafter John Huntsman und Ex-Repräsentantenhaussprecher Newt Gingrich, die Munition frei Haus. "Ich mag es, Leute feuern zu können, die für mich einen Service leisten," hatte der erfolgreiche Geschäftsmann und Millionär in einer Diskussionsrunde mit Mittelständlern formuliert - und sich ausdrücklich auf Krankenversicherer bezogen, deren Leistungen hinter den Versprechen zurückbleiben. Doch diese wichtigen Details interessierten andere Kandidaten wenig. "Mitt Romney liebt es, Menschen zu feuern. Ich liebe es, Menschen einzustellen", diktierte umgehend der in New Hampshire um seine letzte Chance kämpfende Jon Huntsman Reportern in die Notizblöcke. Doch nicht nur die lockere Zunge, sondern auch die Vergangenheit als Unternehmer soll Romney nun straucheln lassen. Das hofft zumindest Newt Gingrich, der kürzlich eine Großspende von fünf Millionen US-Dollar vom Casino-Milliardär Sheldon Adelson erhielt und diese Summe zu Fernsehattacken in South Carolina nutzt, wo am 21. Januar gewählt wird. Die Werbespots lassen an Romney kein gutes Haar: Seine ökonomischen Pläne seien "zögerlich" und ähnelten der gescheiterten Arbeitsmarktstrategie von US-Präsident Barack Obama, so das Gingrich-Team. Und: Seine Millionenprofite mit dem Unternehmen Bain Capital habe er nur machen können, weil ihm jedes Mittel recht gewesen sei und er "skrupelloser als die Wall Street" Jobs vernichtet habe. Unter diesem Trommelfeuer von Anschuldigungen schrumpfte der Prozentsatz jener Bürger, die gestern laut Umfragen Romney ihre Stimme geben wollten, von über 40 auf nur noch 33 Prozent. Auf Platz zwei lag gestern bei Öffnung der Wahllokale der texanische Abgeordnete Ron Paul (20 Prozent). Huntsman (13 Prozent) und Gingrich (elf Prozent) folgten vor dem früheren Senator Rick Santorum. DIEAktuelle Ergebnisse der Vorwahlen:volksfreund.de/extra