Rheinland-Pfälzer erhalten bundesweit am häufigsten Antidepressiva

Mainz · Rheinland-Pfälzer werden viel häufiger als im Bundesdurchschnitt mit Medikamenten gegen Depressionen behandelt. Zu diesem Ergebnis kommt die Techniker Krankenkasse. Sie hat Millionen Daten ihrer Versicherten ausgewertet.

Berufstätige Rheinland-Pfälzer bekommen deutschlandweit die meisten Antidepressiva verschrieben. Im Durchschnitt nahm 2013 jeder Berufstätige im Land an 14,1 Tagen Medikamente zur Behandlung von Depression - 10,5 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus dem Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Frauen in Rheinland-Pfalz erhielten mit 17,6 Tagesdosen deutlich mehr Antidepressiva als Männer, die 11,1 Tage behandelt wurden. Insgesamt ließen sich landesweit 5,7 Prozent der Erwerbstätigen Medikamente verschreiben. Im Durchschnitt nahm jeder Betroffene an 206 Tagen Antidepressiva. Für den Atlas wurden in ganz Deutschland die Daten von 4,11 Millionen Erwerbstätigen ausgewertet, in Rheinland-Pfalz von 186.000.

Depressionen waren insgesamt in Rheinland-Pfalz der Grund für durchschnittlich einen Fehltag pro Arbeitnehmer. Über dem Mittel liegen die Werte fast flächendeckend im nördlichen Landesteil: Der Kreis Neuwied weist 1,3 Fehltage auf, im Kreis Mayen-Koblenz waren es 1,2. Einzig Koblenz liegt dort mit 0,8 Krankheitstagen pro Arbeitnehmer unter dem Durchschnitt.

In Mainz wurden 0,9 Fehltage gezählt, noch niedriger war der Wert mit 0,5 Tagen in Frankenthal. Die Städte Ludwigshafen und Speyer wiederum rangierten mit 1,3 und 1,2 über dem Mittelwert. Im Westen kamen die Stadt Trier auf 0,7, der Kreis Trier-Saarburg auf 0,6 und der Kreis Birkenfeld auf 0,5. Mit 1,9 Krankheitstagen fielen Beschäftigte in der Vulkaneifel deutlich häufiger depressionsbedingt aus.

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