Rheinland-Pfälzer sind Vorsorgemuffel

Rheinland-Pfälzer sind Vorsorgemuffel

Trotz aller Mahnungen, trotz großer Werbeaktionen: Die Rheinland-Pfälzer bleiben Vorsorgemuffel. Vor allem Männer scheuen den Gang zum Arzt. So geht in Trier nur jeder fünfte zur Prostatakrebsvorsorge.

(wie/ck) Die Zahlen sind ernüchternd: Weniger als 20 Prozent der Männer ab 45 in Trier würden zur Protstata-Krebsvorsorge gehen, sagt Claus Luxemburger, Leitender Oberarzt der Urologie im Trierer Brüderkrankenhaus. Landesweit ist die Beteiligung an dieser Art der Vorsorge für Männer 2010 leicht gestiegen von 18,6 auf 19,8 Prozent.

Die gesetzliche Krankenkassen übernehmen die allgemeine Vorsorge ab 35, die Vorsorgeuntersuchung Prostata ab 45, die Darmkrebsvorsorge ab 50 und Darmspiegelungen ab dem 55. Lebensjahr. Trotzdem ließ im vergangenen Jahr nur jeder 40. Patient über 55 Jahre seinen Darm untersuchen. Insgesamt 17.468 Rheinland-Pfälzer. Das geht aus Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung hervor. Beim Hautkrebs sieht es nur wenig besser aus: Die ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenlose Untersuchung nutzte im vergangenen Jahr lediglich etwas mehr als jeder 14. Bürger - die Beteiligung ging von 160.362 auf 127.571 Patienten zurück. 2009 lag die Quote bei 8,3 Prozent der über 35-Jährigen, 2010 bei nur noch 6,6 Prozent.

An der Ganzkörperuntersuchung Check-up 35 nahm 2010 jeder vierte Rheinland-Pfälzer teil. Hier ist die Quote mit 26,2 Prozent deutlich höher und gegenüber 2009 (24,7 Prozent) auch klar gestiegen.

An der generellen Vorsorge von Brust- und Gebärmutterhalskrebs beteiligten sich landesweit fast 45 Prozent der Frauen. In Trier und Wittlich gingen sogar fast 60 Prozent der Frauen zur Brustkrebsuntersuchung. Seit 2007 werden Frauen zu dem sogenannten Mammographiescreening von ihren Ärzten eingeladen. 2010 waren das für die beiden zusammenarbeitenden Untersuchungszentren in Trier und in Wittlich 46.755 Frauen. 21.928 Frauen kamen zu der Untersuchung. Bei 866 (4,8) Prozent bestand der Verdacht auf Brustkrebs, bei 149 von ihnen bestätigte sich dieser Verdacht.