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Rheinland-Pfalz: AfD fordert Denkmal für Kommunismus-Opfer

Kritik an Karl-Marx-Jubiläum : AfD-Landeschef Uwe Junge fordert Denkmal für Kommunismus-Opfer - 100 Teilnehmer protestieren gegen Parteiveranstaltung in Trier

Die AfD hat bei einer Veranstaltung in Trier das Karl-Marx-Jubiläum scharf kritisiert. Er sei lieber „tot als rot“, sagte AfD-Landeschef Uwe Junge. Kritiker warfen der Partei vor, kommunistische Opfer zu instrumentalisieren.

Bei der AfD stößt das Karl-Marx-Jubiläum auf anhaltende Kritik. Uwe Junge, Parteichef in Rheinland-Pfalz, forderte bei einem Vortrag der AfD in einem Trierer Hotel am Freitagabend ein Denkmal für die Opfer des Kommunismus, das in Trier stehen soll.

Mitten in der Stadt eine Statue von Marx zu enthüllen, der „geistiger Vater des grausamen Kommunismus“ sei, empfinde er als Schlag ins Gesicht aller Kommunismus-Opfer. CDU wie SPD warf er vor, „im Nebel der Geschichtsvergessenheit“ eingehüllt zu sein. „Konrad Adenauer und Franz Josef Strauß würden sich im Grabe umdrehen“, sagte er mit Blick auf Unionspolitiker der Vergangenheit. Junge sagte, er sei immer überzeugter Antikommunist gewesen, sein Credo laute: „Lieber tot als rot."

Vaclav Klaus - einstiger tschechischer Staatspräsident und von der AfD als Gastredner eingeladen - sprach von einem „zerstörerischen Einfluss“ von Marx. Dieser sei es ohnehin nicht mehr wert, sich mit ihm zu beschäftigen, sagte Klaus. „In der Volkswirtschaft wird er seit langem nicht mehr zitiert und unterrichtet.“ Klaus behauptete, der Marxismus komme aber zurück, „in roten und grünen Farben“. Die Europäische Union kritisierte er als „marxianisches Projekt“.

Der bayerische AfD-Politker Petr Bystron, der 1987 mit seinen Eltern aus der Tschechoslowakei nach Deutschland flüchtete, nannte Marx einen „Loser“ - einen Verlierer. Er kritisierte eine „Disneyland-Atmosphäre in Trier“, die Marx verharmlose. Der Trierer AfD-Landtagsabgeordnete Michael Frisch forderte, Marx vom Sockel zu holen. Mehr als 100 Teilnehmer nahmen in dem Trierer Hotel an der Podiumsdiskussion teil.

Doch die AfD-Veranstaltung mobilisierte auch Gegner der Partei. Auf dem Trierer Viehmarkt protestierten nach Polizei-Angaben gut 100 Menschen. Matthias Köberlein vom Multikulturellen Zentrum in Trier sagte: "Es ist pervers, dass die AfD die Opfer des Kommunismus instrumentalisiert, obwohl es in diesem Land selber die Strömung ist, die in Richtung Totalitarismus geht."

Der Protest lief laut Polizei friedlich.

Teilnehmer auf dem Viehmarkt kritisierten auch die Gäste, die die AfD eingeladen habe - wie Petr Bystron. Dieser habe bereits die Identitäre Bewegung gelobt, die als völkisch-rechtsextrem gilt. Er wurde einige Monate vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet.