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Rheinland-Pfalz: DGB sieht Aufholbedarf bei digitaler Ausbildung in Betrieben und Berufsschulen

Report des Deutschen Gewerkschaftsbundes : 77 800 junge Rheinland-Pfälzer ohne Ausbildung

Geht es um Fachkräftemangel, moniert die Wirtschaft bei Schulabgängern immer häufiger Mängel beim Rechnen und Schreiben. Dietmar Muscheid, Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, appelliert nun an Firmen, jungen Menschen mit niedrigeren Schulabschlüssen eine Chance zu geben und selber mehr Tempo in der digitalen Ausbildung zu machen.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind alleine in Rheinland-Pfalz 77 800 Menschen zwischen 20 und 30 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung und nehmen an keiner Bildungsmaßnahme teil. Muscheid warnt vor einer heranwachsenden Generation, der es an Perspektiven fehle.

Von Unternehmen fordert der Gewerkschafter, die Qualität der Ausbildung zu steigern. Der DGB-Ausbildungsreport in diesem Jahr zeige, dass viele Stellen in Branchen unbesetzt seien, deren Arbeitsbedingungen Azubis „als besonders schlecht bezeichnen“, so Muscheid, der als Beispiel das Hotelfachgewerbe nennt.

Enormen Ausbaubedarf sieht die Gewerkschaft bei der digitalen Ausbildung. Etwa 70 Prozent der Azubis bekämen von ihren Betrieben keine technischen Geräte. Die digitale Ausstattung der Berufsschulen im Land bezeichnen 35 Prozent der Azubis als gerade mal ausreichend oder mangelhaft, so DGB-Bezirksjugendsekretärin Maria Leurs.

Auch der Verband der Berufsschullehrer sieht Probleme. Die digitale Transformation des Unterrichts in der Berufsschule komme in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz nicht so richtig voran, sagte der Landesvorsitzende Harry Wunschel. „Von einem digitalisierten Unterricht auf Augenhöhe mit der Wirtschaft sind wir noch sehr weit entfernt, wenn dies überhaupt vom Land angestrebt wird.“ In der Fläche warteten viele berufsbildende Schulen noch immer auf den Aufbau eines schnellen WLAN-Netzes. Karsten Tacke, Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) fordert, Berufsschulen im Land „technisch und didaktisch“ besser aufzustellen. Für die Wirtschaft hob er die 67,5 Prozent hervor, nach denen Azubis mit ihrer Arbeit zufrieden sind. Die Gewerkschaft moniert Mängel. 38 Prozent von rund 1000 befragten Azubis müssten regelmäßig Überstunden schieben, heißt es im Report.