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Rheinland-Pfalz gibt mehr Flächen für Windräder frei - Abstand zu Häusern sinkt

Erneuerbare Energien : Land gibt mehr Flächen für Windräder frei: Künftig dürfen sie näher an Häusern stehen

Die Landesregierung will den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. Zwei Prozent der Landesfläche sollen für Windenergie genutzt werden. Dafür ist der Bau nun auch näher an Häusern erlaubt.

In Rheinland-Pfalz soll der Ausbau erneuerbarer Energien schneller vorangehen. Dazu hat die Landesregierung die Regeln geändert. Künftig sollen Windräder in geringerem Abstand zu Häusern gebaut werden können. Die Pläne haben Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Innenminister Roger Lewentz (beide SPD) und Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) am Dienstagnachmittag in Mainz vorgestellt.

Im Detail ist zwischen Windrädern und bewohnten Gebieten künftig nur noch ein Abstand von 900 Metern einzuhalten. Bislang waren es 1000 Meter oder 1100 Meter bei einer Anlagenhöhe von mehr als 200 Metern. Wenn Anlagen erneuert werden - das sogenannte Repowering - kann sogar bis zu einer Distanz von 720 Metern gebaut werden. „Durch diese Maßnahmen entstehen enorme neue potenzielle Flächen für die Windenergie, die bislang ausgeschlossen waren“, sagte Lewentz. Man könne für Windräder nun mehr als 7 Prozent statt wie bislang 1 Prozent der Landesfläche in den Blick nehmen.

Ausnahmen in Naturparks sind möglich

Künftig ist es in Ausnahmen auch erlaubt, Windräder in Naturparkkernzonen zu bauen - wenn das jeweilige Schutzziel nicht erheblich gestört werde, heißt es in den Planungen. Ein weiterer Punkt: Die Anzahl der Windräder muss bei der Erneuerung der Anlagen künftig nicht mehr verringert werden.

Zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie

Mit diesen neuen Grundlagen sollen die Kommunen im Land künftig ihre Planungen regeln. „Wir in Rheinland-Pfalz bekennen uns klar zum Ziel, zwei Prozent der Landesfläche für die Windenergie zu nutzen“, sagte Dreyer. Mit den Neuerungen erhöht sich die potenzielle Fläche für Windkraftanlagen von bisher knapp einem Prozent des Landes auf mehr als sieben Prozent.

Nach Angaben von Klimaschutzministerin Katrin Eder hat das Land zwischen 2011 bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch in Rheinland-Pfalz von 15,3 auf 41,3 Prozent gesteigert. „Doch damit bis 2030 100 Prozent unserer Energie aus erneuerbaren Quellen kommt, müssen wir noch viel bewegen“, sagte sie. Das Land sei im Vergleich aber schon sehr weit vorne.

„Landschaftsbild wird sich verändern“

288 weitere Windkraftanlagen seien in Planung, 1740 gebe es bereits sagte Eder. „Wir brauchen uns nichts vorzumachen - das Landschaftsbild wird sich schon verändern.“, sagte Eder.

Dreyer bezeichnete den Klimawandel als größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Auch Rheinland-Pfalz sei von Dürre und Grundwasserproblemen betroffen. Der Ausbau der Erneuerbaren sei zudem der beste Weg in eine Versorgungssicherheit ohne Abhängigkeiten von russischen Gas- und Öllieferungen, sagte die Ministerpräsidentin. „Jede Kilowattstunde, die wir hier vor Ort produzieren, müssen wir nicht in Form von Kohle, Gas oder Öl importieren, und auch das Geld bleibt vor Ort.“ Sie hoffe, dass diese Umstände auch die Akzeptanz