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Rheinland-Pfalz kauft interne Bankdaten über Steuerbetrüger

Rheinland-Pfalz kauft interne Bankdaten über Steuerbetrüger

Steuerbetrüger müssen weiter zittern: Rheinland-Pfalz will sich nach Volksfreund-Informationen am Kauf des neuesten Steuer-Datenträgers beteiligen. In Mainz wird bereits mit einem Anstieg der Selbstanzeigen gerechnet.

Wenn die Prognosen stimmen, kann sich der Fiskus freuen: 600 Millionen Euro könnten die jetzt von Nordrhein-Westfalen angekauften Steuerdaten nach Schätzungen von Experten einbringen. Fünf Millionen Euro hat NRW für den bislang teuersten Datenträger dieser Art an den Informanten bezahlt. Rheinland-Pfalz werde sich - wie schon in der Vergangenheit - am Kauf des Datenträgers beteiligen, sagt ein Sprecher des Mainzer Finanzministeriums auf Anfrage unserer Zeitung.

Bei einem Kaufpreis von fünf Millionen Euro müsste das Land nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel etwa 250.000 Euro auf den Tisch legen. Eine Investition, die sich auszahlt. Denn der Ertrag liegt nach Expertenschätzung bei einem Vielfachen. Die Mainzer Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) rechnet im Zusammenhang mit dem jüngsten Ankauf zudem mit einem Anstieg der Selbstanzeigen. Die sind in diesem Jahr gegenüber dem vergangenen Boom-Jahr deutlich zurückgegangen - von 5193 auf 2351 Ende Oktober. Experten führen dies auf die seit 2015 verschärften Gesetze zurück.

Laut Mainzer Finanzministerium sollen dieses Mal vor allem luxemburgische Banken betroffen sein. "Nach der Schweiz wird jetzt im Großherzogtum aufgeräumt", sagt auch der Chef des Trierer Finanzamts, Jürgen Kentenich. Nach Medieninformationen geht es um ein Handelsvolumen von 70 Milliarden Euro, bei dem der Fiskus um Kapitalertragsteuer betrogen worden sein soll. Die Jagd nach Steuerbetrügern soll weitergehen. Man werde den Fahndungsdruck hochhalten, sagt ein Sprecher des Mainzer Finanzministeriums.

Umfrage: Nordrhein-Westfalen hat von einem Informanten für fünf Millionen Euro Daten über mutmaßliche Steuerbetrüger gekauft. Rheinland-Pfalz beteiligt sich. Was meinen Sie? Ist es richtig, dass der Staat auf diese Weise versucht, Steuerhinterzieher zu entlarven? Stimmen Sie im Internet ab, auf www.volksfreund.de/leserumfrage . Über die Ergebnisse berichten wir am Donnerstag.