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Rheinland-Pfalz nimmt zusätzliche Flüchtlinge aus Syrien auf

Rheinland-Pfalz nimmt zusätzliche Flüchtlinge aus Syrien auf

Millionen Syrer sind auf der Flucht – vor dem Gräuel des Bürgerkriegs und aus Angst vor US-Bomben. Rheinland-Pfalz will mehr als die 240 dem Land zugewiesenen Flüchtlinge aufnehmen.

Während die Weltmächte beim G-20-Treffen im russischen St. Petersburg gestern weiter um einen Kompromiss in der Syrien-Krise gerungen haben, bangen die Menschen in dem Bürgerkriegsland weiter um ihr Leben. Immer mehr verlassen ihr Heimatland, auch aus Angst vor einem US-Militärschlag.

Rund sechs Millionen Syrer sind auf der Flucht, zwei Millionen konnten das Land verlassen, darunter eine Million Kinder. Nach oft lebensgefährlicher Überfahrt etwa in Schlauchbooten landen sie irgendwo in Europa. Von dort geht ihre Odyssee zumeist weiter. Tausende Syrer haben in den vergangenen Monaten Asyl in Deutschland beantragt. 15.000 Anträge wurden bereits anerkannt.

Viele warten aber noch darauf, als Bürgerkriegsflüchtlinge gedudelt zu werden. In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit 112 syrische Asylbewerber, 72 von ihnen leben in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) in Trier, 40 in der in Ingelheim in der Nähe von Mainz.

"Wir dürfen dem Morden in Syrien nicht tatenlos zusehen. das Mindeste, was wir tun können, ist dass wir Menschen, die vor den Massakern in ihrer Heimat fliehen, Schutz und Zuflucht bieten", sagt die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Irene Alt (Grüne). Daher sei das Land bereit, mehr syrische Flüchtlinge aufzunehmen als bisher geplant. Deutschland hat sich verpflichtet, 5000 Flüchtlinge aufzunehmen. Diese dürfen ohne Asylantrag zwei Jahre bleiben. Sie können auf eigene Faust oder mit von Deutschland gecharterten Flugzeugen einreisen.
Sie werden nach einem bestimmten Schlüssel auf die Bundesländer verteilt. Rheinland-Pfalz wird demnach 240 dieser Flüchtlinge aufnehmen, die ersten sind bereits da. Nächste Woche sollen zwei weitere Familien mit insgesamt zehn Personen ins Land kommen; 24 weitere Flüchtlinge sollen in den nächsten Tagen einreisen.