Rheinland-Pfalz schneidet beim Radfahren besonders schlecht ab

Verkehr : Rheinland-Pfalz schneidet beim Radfahren besonders schlecht ab

Städte wie Trier schneiden in einer Studie schwach ab. Weil immer mehr Pendler auf Elektrofahrzeuge setzen, fordern Kritiker sicherere Wege.

Um Staus in Städten zu vermeiden, das Klima zu schützen und sich sportlich zu bewegen, steigen Pendler immer häufiger aufs Fahrrad. Doch in der Verkehrswende in Rheinland-Pfalz spielt das Rad bislang nur eine ungeliebte Nebenrolle. In einer Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) liegen Kommunen aus dem Land im Tabellenkeller. Trier rangiert bei Städten zwischen 100 000 und 200 000 Einwohnern nur auf Platz 32 von 41 – mit einer Durchschnittsnote von 4,32. Radfahrer aus der Stadt monierten besonders parkende Autos auf Radwegen und fehlendes Sicherheitsgefühl.

Auch Städte wie Koblenz (4,59) und Neuwied (4,74) schnitten in der Erhebung dramatisch ab, an der 4900 Radfahrer aus dem Land teilnahmen. „Rheinland-Pfalz gehört zu den Schlusslichtern in Deutschland“, sagt die ADFC-Landesgeschäftsführerin Sara Tsudome, die die Kommunen auffordert, fahrradfreundlicher zu werden. Der Verband fordert innerstädtische Tempolimits von 30 Stundenkilometern, aber auch Fahrradwege, die mindestens 2,50 Meter breit sind.

Energisch treten auch die Grünen im Mainzer Landtag ins Pedal. Fraktionschef Bernhard Braun will den Anteil an Radverkehr im Land von momentan acht Prozent bis 2030 auf 20 Prozent erhöhen. Dafür brauche es einen landesweiten Radverkehrsbeauftragten. Radschnellwege müsse das Land rasch ausbauen.

Von drei Pendler-Radrouten, die derzeit in Planung sind, soll eine zwischen Konz und Schweich verlaufen. Bis zum Sommer sollen Pläne und Kosten vorliegen, heißt es aus dem FDP-geführten Verkehrsministerium in Mainz, das die Ausgaben für Radwege in diesem Jahr von 2,4 auf 3,5 Millionen Euro erhöht hat.

Wilko Manz, Leiter des Institutes für Mobilität und Verkehr an der Technischen Universität Kaiserslautern, erwartet auch in ländlichen Regionen einen Fahrradboom, weil der Verkauf von Elektrorädern zunimmt. Was häufig fehle, sei die passende Infrastruktur. „Wenn ich die paar Kilometer zum Einkaufen fahre, will ich das nicht auf einer Straße machen, auf der ich mit Tempo 100 überholt werde“, sagt Manz, der durchgehende Radnetze und Abstellmöglichkeiten anregt. Künftig sollen auch Elektroroller durch Städte rollen dürfen. Der Fußgängerverband Fuss warnt vor schweren Unfällen auf Gehwegen.

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