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Rheinland-Pfalz: So planen Bäder in Region Trier den Start nach Corona

Kostenpflichtiger Inhalt: Wann geht’s los? : Trier, Bitburg, Wittlich, Saarburg, Manderscheid und Co. - wie regionale Freibäder ihren Start planen

Öffnen dürften sie am 27. Mai - das schafft aber kaum einer. Der TV hat einige Betreiber befragt.

(sey/flor) Wann geht es also los in vielen regionalen Freibädern? Ein Sprecher der Stadt Trier sagt: „Eine Öffnung ab dem 27. Mai ist nicht realistisch und möglich.“ Zwar wäre es den Bädern erlaubt, an dem Tag die Tore zu öffnen. Das Problem: „Unter welchen Auflagen die Bäder öffnen können, ist derzeit jedoch noch unklar. Konkrete Kriterien sind uns als Stadt bisher nicht bekannt.“ Ohnehin brauche es für die Freibäder eine gewisse Vorlaufzeit. „Das Amt für Schulen und Sport ist insbesondere im Nordbad schon seit mehreren Wochen mit den üblichen vorbereitenden Arbeiten beschäftigt. Zudem gibt es bereits Planungen und Überlegungen hinsichtlich des sicheren Betriebs eines Freibads in Zeiten von Corona“, teilt die Stadt Trier mit. Ein genaues Datum, wann sie Bäder öffnet, nennt sie nicht. Die Stadt schließt nicht aus, auch nur ein Bad im Sommer zu öffnen. „Sobald vom Land konkrete Vorgaben bekannt sind, unter denen der sichere Betrieb eines Freibades möglich ist, wird detailliert geschaut, wie die Öffnung eines oder der beiden Freibäder unter den notwendigen Sicherheits-, Abstands- und Hygieneregelungen möglich gemacht werden kann“, so der Sprecher der Stadt.

Das Cascade in Bitburg sagt, man wolle den Freibadbereich gerne zum 30. Mai öffnen, warte aber die Auflagen des Landes ab. Sicher sei in der Corona-Krise: „Besucherzahlen müssen begrenzt werden.“

Und wie schaut es in Wittlich aus? Rainer Stöckicht, Sprecher der Stadt, nennt den 6. Juni als wahrscheinlichen Termin, wann das Freibad öffnet. Ziel sei die erste oder zweite Juniwoche. In Wittlich laufen schon die Vorbereitungen. „Seit 15. Mai werden die Becken befüllt. Das Befüllen dauert rund fünf Tage, da aus dem Trinkwasserversorgungsnetz der Stadt Wittlich maximal 25.000 Liter pro Stunde entnommen werden dürfen. Das zulaufende Wasser hat lediglich eine Temperatur von 10 Grad Celsius und muss noch auf eine angenehme Badetemperatur gebracht werden. Die Öffnung bedarf zudem noch der Genehmigung durch das Gesundheitsamt“, erläutert Stöckicht. Eine Menge Arbeit, die auch andere Bäder haben.

Das Familienfreibad Manderscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich) öffnet wahrscheinlich nach Pfingsten. Laut VG-Bürgermeister Dennis Junk wird der Badetag  voraussichtlich in drei Schichten unterteilt. Dann könnten jeweils um die 120 Besucher nach Voranmeldung für zweieinhalb Stunden hineingelassen werden. Ob und wann das Naturfreibad Meerfelder Maar öffnet, ist noch offen.

Moritz Petry (VG Südeifel) peilt in Neuerburg einen Start zum 10. Juni an. Ärgerlich sei, dass Vorgaben des Landes fehlten. „Mich fragen Bürger in sozialen Netzwerken, wann wir das Freibad wieder öffnen.Es ist unprofessionell, uns keine genauen Hinweise zu geben. “ Petry kündigt an, das Freibad werde nur so viele Besucher zulassen wie sie in der Corona-Krise erlaubt seien. Mit Bädern in Körperich und Echternacherbrück sei man in Gesprächen, auch an dem 10. Juni zu starten.

Stephanie Nickels (VG Ruwer)  für Mertesdorf und Hartmut Heck (VG Hermeskeil) für Hermeskeil verweisen auf Gespräche mit der kommunalen Bädergesellschaft am Montag.  „Den 27. Mai werden wir aber nicht einhalten können“, sagen beide. Nickels meint: „Ich will den Gesprächen nicht vorgreifen. Wir müssen ja mal alles sondieren, wie sich ein Schwimmbad in Pandemiezeiten mit erheblichen Auflagen öffnen lässt. Heck sagt: „Der Schwimmbadbetrieb der vergangenen Jahren wird nicht möglich sein. Auf uns wartet finanziell ein dicker Brocken. Es darf nicht so weit kommen, dass Schlangen vor dem Schwimmbad stehen. Die Gesundheit steht an erster Stelle“, sagt er.

Über die Bäder Saarburg und Kell am See entscheide wohl Donnerstag der Verbandsgemeinderat in öffentlicher Sitzung, sagt Martin Alten, Hauptamtlicher Erster Beigeordneter der VG.  Es könne auch zur Debatte stehen, ob Bäder zu bleiben, warnt Alten. „Es wird erhebliche finanzielle Auswirkungen durch die Krise geben – und wir kennen die Auflagen noch nicht. Das erschwert es uns, ein Konzept vorzubereiten.“

Auch in Kordel ist ein Aus der Sommersaison nicht vom Tisch. Am Montag wollen sich Betreiber im Landkreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier beraten, wie sie mit ihren oft ohnehin defizitären Bädern in der Coronakrise nicht völlig auf Tauchstation gehen. Michael Holstein, VG-Bürgermeister von Trier-Land, sagt: „Wenn wir uns dafür entscheiden, das Bad zu öffnen, geht es frühestens am 1. Juli los. Wenn überhaupt ...“, sagt er. Holstein rechnet damit, dass es mehr Personal in der Krise braucht, um Hygiene und Abstände zu wahren. „Es braucht Überwachung an Eingängen, vor Duschen und an Becken.“ Vorher müsse die Verbandsgemeinde noch 80 000 bis 100 000 Euro ins Bad stecken, um es auf Vordermann zu bringen. „Das Wasser aus dem Winter muss aus den Becken gepumpt werden, Schmutz verschwinden. Oft stehen nach dem Reinigen noch kleinere Reparaturen an, wenn sich lose Kacheln finden. Dann muss das neue Wasser rein und das ganze Becken durchgechlort werden“, sagt er. Mehrere Wochen dauere es, bis das Bad startbereit sei. „Und dann wissen wir nicht, ob wir bei einer zweiten Coronawelle wieder schließen müssen“, sagt Holstein.

 „Ein Krankheitsfall hat die VG Kelberg zurückgeworfen, sagt Bürgermeister Johannes Saxler, der sich aber zuversichtlich zeigt: „Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, in den Tage nach dem 27. Mai zu öffnen, eher nach Pfingsten.“