Rheinland-Pfalz: Täter in Schwimmbädern sind überwiegend Deutsche

Kostenpflichtiger Inhalt: Landespolitik Rheinland-Pfalz : Kriminalität am Beckenrand: Täter in Schwimmbädern sind überwiegend Deutsche

Das rheinland-pfälzische Innenministerium antwortet auf eine AfD-Anfrage. Auch in Schwimmbädern der Region hat es Straftaten gegeben.

Im Juli sorgten Randale im Düsseldorfer Rheinbad bundesweit für Schlagzeilen. Es war von Terror und Gewalt durch ausländische Gruppen die Rede. Später stellte sich heraus, dass es tatsächlich keine strafrechtlich relevanten Vorkommnisse in dem Freibad gegeben hat.

Bereits vor den angeblichen Gewaltexzessen im Rheinbad sprach die rheinland-pfälzische AfD  von „Gewalteskalation in deutschen Schwimmbädern“. AfD-Fraktionschef Uwe Junge nannte diese „besorgniserregend“.  

Daher wollten Junge und der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Jan Bollinger, von der Landesregierung wissen, wie die Situation in rheinland-pfälzischen Schwimmbädern ist. Sie vermuteten in ihrer Anfrage Gruppen „junger Männner“ einer „bestimmten Klientel“ als Täter.

184 Straftaten hat es laut der Antwort des Innenministeriums im ersten Halbjahr in Schwimmbädern in Rheinland-Pfalz gegeben. Im gesamten Jahr 2018 waren es 637.  Das Innenministerium listet in seiner Antwort detailliert die Angaben zu den ermittelten Tatverdächtigen auf.

Im ersten Halbjahr hat es 88 Verdächtige gegeben, davon  waren laut Innenministerium 72 Deutsche und 16 Ausländer, davon sieben Asylbewerber. 2018 gab es im Zusammenhang mit Straftaten in Schwimmbädern 425 Tatverdächtige, davon 340 Deutsche und 85 Ausländer, darunter 14 Asylbewerber. Ähnlich auch die Zahlen für 2017.

Bei den meisten der aufgelisteten Straftaten handelte es sich unter anderem um Hausfriedensbruch oder Beleidigung gefolgt von Körperverletzung und Diebstahl. Auch Fälle von sexueller Belästigung, Vergewaltigung und Missbrauch von Kindern in Schwimmbädern hat es gegeben. Zwölf waren es im ersten Halbjahr und 30 im gesamten vergangenen Jahr.

Auch Schwimmbäder in der Region tauchen dabei auf. Demnach hat es im ersten Halbjahr zwei Sexualstraftaten gegeben, darunter ein Fall von sexueller Belästigung in einem Trierer Bad und einer von sexueller Nötigung in Traben-Trarbach. Im vergangenen Jahr stechen drei dieser Taten in Schwimmbädern der Region hervor. Demnach sollen drei Kinder in Gerolstein, Prüm und Wittlich missbraucht worden sein.

Der TV hat bei der Staatsanwaltschaft Trier nachgefragt. Im April 2018 habe im Hallenbad Prüm ein erwachsener Mann einen minderjährigen Jungen in sexueller Motivation an Hüfte und Oberschenkel berührt, teilt der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen mit. Danach habe er erfolglos versucht, in der Sammelumkleidekabine einem anderen minderjährigen Kind die Badehose herunterzuziehen. Der Mann sei angeklagt worden und inzwischen vom Amtsgericht Bitburg wegen sexueller Belästigung und versuchter sexueller Nötigung zu einer Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt worden.

Im Wittlicher Vitellusbad soll ein Mann im Juli vergangenen Jahres ein minderjähriges Mädchen bewusst an der Schulter berührt haben und wenig später ein anderes Kind im Schulterbereich angefasst und an sich gezogen haben, so Fritzen. Das sei strafrechtlich nicht als Missbrauch eines Kindes, sondern als sexuelle Belästigung zu werten gewesen. Das Ermittlungsverfahren sei gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden.

Weniger dramatisch stellt sich der Fall in Gerolstein dar. Im Juli vergangenen Jahres sei einem Mann vorgeworfen worden, ein minderjähriges Mädchen am Gesäß berührt zu haben. Das Verfahren sei aber eingestellt worden, weil nicht auszuschließen gewesen sei, dass die Berührung versehentlich erfolgt sei.

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