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Rheinland-Pfalz wehrt sich gegen Tempo 80 auf Landstraßen

Rheinland-Pfalz wehrt sich gegen Tempo 80 auf Landstraßen

Nirgends passieren mehr Unfälle als auf Landstraßen. Um das Risiko zu minimieren, fordern Experten nun ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern. Landesverkehrsminister Roger Lewentz ist gegen eine solche Regelung.

Über 4000 Unfälle hat es 2013 auf den Landstraßen der Region gegeben - wegen nicht angepasster Geschwindigkeit. Die Fahrer waren bei Regen, Schnee oder Glatteis zu schnell unterwegs. Um die Zahl der Unfälle auf Landstraßen zu reduzieren, fordern Experten nun ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern. "Um die Unfallzahlen auf Landstraßen zu senken, muss man mehr Geschwindigkeitsbeschränkungen einführen", sagt Kay Nehm, Präsident des Verkehrsgerichtstags, der seit gestern im niedersächsischen Goslar tagt.

In Rheinland-Pfalz hat die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten auf den insgesamt über 7000 Kilometern Landstraße in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgenommen. Wurden im Jahr 2000 noch 1536 Unfallopfer auf Landstraßen gezählt, waren es 2013 noch 987. Das geht aus dem Unfallreport des für die Landes- und Bundesstraßen zuständigen Landesbetriebs Mobilität (LBM) hervor.

Christian Cordel von der Verkehrswacht Trier ist gegen ein generelles Tempolimit. "Das ist der falsche Weg", sagt der Verkehrsexperte. Auf gut ausgebauten Landstraßen ohne Unfallschwerpunkte müsse auch weiter Tempo 100 möglich sein, sagt Cordel. Und dort, wo es zu riskant sei, schnell zu fahren, etwa auf kurvigen oder holprigen Strecken, gebe es bereits Tempolimits. Eine weitere Reglementierung sei nicht nötig.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert schärfere Geschwindigkeitsregeln auf schmalen, kurvigen Landstraßen und Straßen mit unbefestigten Seitenstreifen. Auch der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) lehnt ein generelles Tempolimit auf Landstraßen ab. Wo es Unfallschwerpunkte und Gefahrenstellen gebe, reagiere der LBM bereits mit Geschwindigkeitsreduzierungen, sagte Lewentz dem Volksfreund. Hintergrund und Kommentar Pro/Kontra

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