Rheinland-Pfalz zahlt bis zu 1000 Euro für private Solarspeicher

Kostenpflichtiger Inhalt: Für mehr Strom aus erneuerbaren Energien : Land zahlt bis zu 1000 Euro für private Solarspeicher

Das Umweltministerium stellt neue Millionen bereit, um die Stromversorgung bis 2030 alleine aus erneuerbaren Energien zu stemmen.

Um nachts das Smartphone zu laden, das Frühstücksbrot am Morgen zu toasten und abends den Fernseher einzuschalten, sollen immer mehr Rheinland-Pfälzer die Sonne anzapfen. Das grün-geführte Umweltministerium hat am Mittwoch den Startschuss für ein Programm gegeben, das dem Solarstrom einen Schub geben soll. Fünf Millionen Euro hat das Land für 2019 und 2020 insgesamt in den Haushalt eingestellt, mit dem es Solarspeicher auf privaten und kommunalen Dächern fördert. Bis zu 1000 Euro zahlt das Land dabei an Privathaushalte, Kommunen können mit bis zu 10 000 Euro profitieren, damit Schulen, Kitas und Verwaltungen eigenen Strom aus Sonnenenergie erzeugen.

Der Preis für Solarspeicher sei gesunken, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Christian Synwoldt, Referent bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz, spricht von bis zu 13 000 Euro, die eine kleine Photovoltaik-Anlage mit Speicher koste, die den täglichen Stromverbrauch eines Mehrpersonen-Haushalts decke. Der Kauf rechne sich spätestens nach 15 Jahren, weil man eigenen Strom erzeuge und nicht fremden Strom von einem Anbieter beziehe, meint der Malborner (Kreis Bernkastel-Wittlich).

Die Rechnung sei der Grund, warum sich auch Kommunen mit Haushaltsnöten an dem Programm einbringen dürften, sagt Höfken. Ihnen droht sonst bei Investitionen schnell ein Tadel der Kommunalaufsicht. Die Ministerin verweist auf Beispiele wie das Hunsrück-Dorf Horn, das mit einer Solaranlage auf dem Rathausdach jährlich bis zu 2500 Euro an Stromkosten spare. 3180 Solarspeicher seien derzeit im Land installiert. Höfken hofft mit dem neuen Programm auf weitere 2800 Anlagen. Das Land arbeite auch an einem Solarkaster, das geeignete Flächen aufweise.

Denn Rheinland-Pfalz trägt ehrgeizige Ziele vor sich her: Bis 2030 setzt sich das Land das Ziel, die Stromversorgung komplett aus erneuerbaren Energien zu speisen, zu denen auch Wind und Biomasse gehören. Ein Viertel des Stroms soll die Sonne liefern. Den Ausstoß klimaschädlicher Gase will Höfken im Land eindämmen. Mit 37 Prozent CO2-Einsparung seit 1990 liege Rheinland-Pfalz besser als der Bundesdurchschnitt. „Ein Selbstläufer sind die letzten drei Prozent aber nicht, um unsere Klimaziele zu erreichen. Dafür müssen wir die erneuerbaren Energien weiter ausbauen“, sagt die Grünen-Politikerin.

Helfen soll dabei auch die Bundesregierung, bei der sich Höfken über das Festhalten am so genannten Solardeckel ärgert. Der Hintergrund: Wer Strom ins Netz einspeist, bekommt Geld – aber nur, bis deutschlandweit bei der installierten Leistung eine 52-Gigawatt-Marke erreicht ist. Vier Gigawatt fehlten lediglich noch bis zu der Grenze, sagt Höfken. Experten sagen: Ein Programm, wie es das Land nun auflegt, wäre dann fast zum Scheitern verurteilt, weil Anreize wegbrechen. Ein Rettungsanker ist nun der Bundesrat. Höfken sagt, sie rechne dort am Freitag mit einer Zustimmung, den Solardeckel zu streichen.

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