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RLP: Landeschefin Dreyer rät, Weihnachten wegen Corona im kleinen Kreis zu feiern

Pandemie : Dreyer appelliert: Feiern Sie Weihnachten im kleinen Kreis

Für Ungeimpfte gelten über die Feiertage weiterhin strenge Kontaktbeschränkungen. Aber auch Geimpfte sollen auf große Familienfeiern verzichten. Die Sorge vor Omikron wächst.

Feiern im kleinen Kreis, statt großer Familienfeiern unterm Weihnachtsbaum: Das ist auch in diesem Jahr, dem zweiten Weihnachtsfest unter Corona-Bedingungen, angesagt. „Bitte reduzieren Sie Kontakte, halten Sie Abstand und lassen Sie sich impfen“, appellierte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag nach einem Gespräch der Landesregierung mit einer Expertenrunde. Für Geimpfte soll es an Weihnachten so gut wie keine Einschränkungen geben. Bei Treffen von Geboosterten, sei die Gefahr von Infektionen deutlich geringer, zweifach geimpften Personen rät die Ministerpräsidentin, sich vor Treffen zu testen. 

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rät, dass sich jeder vor einem Treffen testen lassen oder zumindest selbst testen sollte. Der Minister machte deutlich, dass vor allem für Menschen ohne Booster-Impfung besondere Vorsicht geboten sei.

Dreyer machte deutlich, dass für Ungeimpfte auch über Weihnachten die bestehenden Kontaktbeschränkungen gelten würden. Sie dürfen sich im öffentlichen Raum mit dem eigenen Hausstand und höchstens zwei Personen aus einem anderen Haushalt treffen. Dreyer verteidigte diese Einschränkungen: „Wir wissen, welche Belastungen damit verbunden sind. Wir entscheiden nicht leichtfertig.“

Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, mahnte am Donnerstag, Weihnachten dürfe nicht zu einem „Kick-Start für Omikron“ werden. Lassen Sie uns die Feiertage so verbringen, dass sie nicht für das Virus ein Fest werden“, warnte er und riet, nur im engsten Kreis zu feiern. Dreyer verwies darauf, dass die Chefs der Staatskanzleien am Montag beraten wollen, welche Maßnahmen zum Schutz vor Omikron notwendig werden könnten. Klar ist bereits, dass Bars, Clubs und Diskotheken in Rheinland-Pfalz noch vor Weihnachten schließen sollen. Die entsprechende Änderung der derzeitigen Corona-Verordnung soll am Dienstag beschlossen werden und am Donnerstag, einen Tag vor Heiligabend, in Kraft treten, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD). In der geänderten Verordnung sollen auch die Regeln für Silvester formuliert werden.

Dreyer deutete bereits an, dass dann auch die Kontakte für Geimpfte in öffentlichen Räumen eingeschränkt werden könnten, dass also die erlaubte Zahl von Teilnehmern beim Feiern und Veranstaltungen reduziert werden könnte. Im Saarland sind an Silvester und Neujahr Ansammlungen im öffentlichen Raum mit mehr als zehn Personen untersagt.

 Die 2G-Regel für den Einzelhandel und Kulturveranstaltungen soll in Rheinland-Pfalz weiterhin — trotz eines Urteils des Oberverwaltungsgerichts Niedersachsens, dass die Zugangsbeschränkung in den Geschäften für Ungeimpfte kippte – bestehen bleiben. Genauso wie die 2Gplus-Regel etwa in der Gastronomie. „Wir stehen in einer schwierigen Phase der Pandemie. Eine noch unbekannte, aber offensichtlich höchst ansteckende Virusmutante und immer noch sehr volle Intensivstationen stellen uns vor große Herausforderungen“, so Dreyer am Freitag. Mit über 170 Covid-Patienten auf den Intensivstationen im Land sei die Lage in den Kliniken weiterhin sehr angespannt. In der Region lag die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen am Freitag bei 13. Bislang gibt es fünf bestätigte Omikron-Fälle in Rheinland-Pfalz.