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Rock-am-Ring-Macher Lieberberg schlägt zurück

Rock-am-Ring-Macher Lieberberg schlägt zurück

Neuer Runde im erbitterten Festivalstreit zwischen der DEAG und Marek Lieberberg: Die Marek Lieberberg Konzertagentur GmbH hat nach Informationen der Rhein-Zeitung eine Einstweilige Verfügung gegen die Deutsche Entertainment AG (DEAG) erwirkt.

In dieser Einstweiligen Verfügung untersagt das Landgericht Köln der Berliner Konzertagentur ihr Grüne-Hölle-Festival am Nürburgring als "Traditionsfestival" zu bezeichnen, das zwei Millionen Rockfans aus aller Welt seit 29 Jahren geboten wird. Sollte die DEAG sich nicht daran halten, drohen ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro oder Ordnungshaft von bis zu 6 Monaten.
Hintergrund des Konflikts: DEAG und Lieberberg lassen im Frühsommer zwei gigantische Festivals in räumlicher und zeitlicher Nähe steigen. Zu der deutschlandweit einmaligen Konkurrenzlage kam es, weil der designierte Ring-Besitzer Capricorn mit Lieberberg nicht mehr einig wurde und dieser in der Folge Rock am Ring zum alten Flughafen in Mendig verlegte. Im Gegenzug veranstaltet die DEAG ein Grüne-Hölle-Festival an der Eifel-Rennstrecke.
Im Zuge der Verfügung kann der Berliner Konzertveranstalter auch nicht mehr behaupten, dass Lieberberg "hofft, für Mendig die notwendigen Genehmigungen für ein neues Festival zu erhalten". Aus Sicht der Frankfurter Konzertagentur sind keine Genehmigungen nötig. Zudem sieht Lieberberg Rock am Ring als das eigentliche Traditionsfestival und nicht den Newcomer "Grüne Hölle". Schließlich darf die DEAG laut Landgericht Köln nicht mehr öffentlich erklären, dass "Mendig für die Fans lediglich über die A 61 erreichbar ist, was einen erheblichen Rückstau und logistische Probleme (...) verursachen dürfte." Lieberberg verweist auf den problemlosen Zugang über die A 48.
Der Streit der Konzertveranstalter war erneut eskaliert, weil die DEAG ein Gutachten anfertigen ließ, das unüberwindbare rechtliche Hürden für den Festivalstandort Mendig sieht. Dem widersprechen die Behörden. Nach harschen Worten Lieberbergs legte ein DEAG-Sprecher nach: "Die DEAG beobachtet sehr genau, wie Marek Lieberberg die Standorte, Künstler und Agenten, die mit der DEAG in Verbindung stehen, mit Gerüchten und falschen Informationen über unsere Festivals in die Irre zu führen versucht."