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Roger Lewentz verteilt Streicheleinheiten und Hiebe

Roger Lewentz verteilt Streicheleinheiten und Hiebe

Die Rollenverteilung in der neuen Spitze der Landes-SPD ist klar: Parteichef Roger Lewentz ist der Mann fürs Grobe. Er soll den eigenen Laden zusammenhalten und den politischen Gegner attackieren. Genau das macht er auch.

Mainz. Als die Wahl gelaufen und das Ergebnis verkündet ist, strahlt Roger Lewentz übers ganze Gesicht. 95,3 Prozent der Delegierten wählen ihn beim SPD-Landesparteitag zum neuen Parteichef. "Ich bin wirklich überwältigt", sagt Lewentz und umarmt seine Frau. Man sieht es ihm deutlich an.
6911 Tage mit Kurt Beck, zählt Lewentz auf, "das ist eine Ära". Für die SPD sei dieser Tag "ein ganz besonderer Tag, ein Tag der Demut, der Dankbarkeit und des Aufbruchs". Der 49-Jährige, der zugleich Innenminister ist, würdigt die großen Verdienste seines Vorgängers Kurt Beck. Er räumt schwere Fehler im Zusammenhang mit der Nürburgring-Affäre ein, beschwört aber die Partei, den Blick nach vorne zu richten.
"Natürlich wird sie uns führen", sagt Lewentz und meint die künftige Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Mit ihr verbinde ihn ein freundschaftliches Verhältnis. Die Zusammenarbeit sei herzlich und vertrauensvoll.
Streicheleinheiten für die eigenen Leute, Hiebe für den Gegner: Bei der CDU sei "Julia allein zu Haus", spottet Lewentz über den Stil von CDU-Chefin Julia Klöckner. Die Union verwechsele Bodenständigkeit mit Beliebigkeit. Er hoffe, mit ihr reden zu können, aber dann brauche es Konkretes und Verlässliches. Sollte die Opposition im Landtag weiterhin scharf attackieren, droht Lewentz, "werden wir deutliche Antworten geben". fcg