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Russischer Investor wird der neue Herr des Nürburgrings

Russischer Investor wird der neue Herr des Nürburgrings

Spektakuläre Wende am Nürburgring: Der russische Pharmaunternehmer Viktor Charitonin steigt an der weltberühmten Rennstrecke ein.

Die neu gegründete Nürburgring Holding AG (kurz: NR Holding) übernimmt die Mehrheitsanteile von Robertino Wild, dem Chef des Düsseldorfer Autozulieferers Capricorn. Damit steuert die NR Holding künftig die Geschicke am Nürburgring. Die meisten Anteile der Aktiengesellschaft hält offenbar Pharmachef Charitonin. Die ausstehende zweite und dritte Kaufrate von jeweils fünf Millionen Euro wurde bereits bezahlt. Damit hat der geltende Kaufvertrag vorerst weiter Bestand.

"Wir haben den Eindruck, dass die NR Holding an einem langfristigen Ausbau des Nürburgrings interessiert ist", erklärten die Insolvenzverwalter Jens Lieser und Thomas Schmidt. "Wir haben den Eindruck, dass Gewinnmaximierung nicht im Vordergrund steht", deuteten die Sanierer die Motive des russischen Investors. "Es geht darum, den Ring von den Knien auf die Füße zu stellen." Axel Heinemann, der Eigentümer des Unternehmens GetSpeed, bleibt Minderheitsgesellschafter, gaben die Insolvenzverwalter bekannt. Sanierersprecher Pietro Nuvoloni sprach von einer guten Lösung. "Dies ist ein positives Signal für Veranstalter, Kunden und Mitarbeiter", erklärte er.
Bei den Kritikern des Verkaufsprozesses herrscht indes blankes Entsetzen. Vor wenigen Tagen hatten sie noch auf eine gemeinnützige Stiftung gehofft. Jetzt erinnern sie die Insolvenzverwalter daran, dass diese die Möglichkeit, ein russischer Oligarch könne den Nürburgring kaufen, stets weit von sich gewiesen haben. "Die neueste Entwicklung schlägt dem Fass endgültig den Boden aus", schrieb ein Vertreter des Vereins Ja zum Nürburgring in einem der einschlägigen Foren. Und das war noch einer der eher moderaten Kommentare. Auf das laufende Geschäft soll die neue Gesellschafterstruktur keinen Einfluss haben, hieß es. Das öffentliche Zugangsrecht bleibt laut Insolvenzverwalter gesichert. Dazu sollen sich die russischen Investoren bekannt haben. Ein Stellenabbau ist wohl nicht geplant. Der Restrukturierungsplan, den Ring-Geschäftsführer Carsten Schumacher aufgelegt hat, wird anscheinend vorerst nicht angetastet.

Das Vermögen von Viktor Charitonin, Großaktionär und Aufsichtsratschef des Unternehmens Pharmstandard, wird auf 500 bis 800 Millionen Euro geschätzt.

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