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Sanierungsgeschäftsführer Schmidt: Formel 1 am Ring in trockenen Tüchern

Sanierungsgeschäftsführer Schmidt: Formel 1 am Ring in trockenen Tüchern

Das Formel-1-Rennen Anfang Juli auf dem Nürburgring ist in trockenen Tüchern. Das sagte Sanierungsgeschäftsführer Thomas B. Schmidt im Exklusiv-Interview mit volksfreund.de. Die Betriebsgesellschaft des Rings einigte sich am Mittwochabend mit Formel-Chef Ecclestone.

Ausrichter des Rennens, das für den 7. Juli geplant ist, wird demnach die Nürburgring Betriebsgesellschaft sein. Mit welchem Automobilclub als Partner, steht laut Schmidt noch nicht fest. Davon hänge auch ab, ob das Rennen als Großer Preis von Deutschland oder Großer Preis von Europa bezeichnet werden. Über Details des Vertrags mit Ecclestone wollte der Sanierungsgeschäftsführer nichts verraten. Sie werden am Donnerstag in einer Pressekonferenz vorgestellt. Das komplette Interview mit Thomas B. Schmidt später auf volksfreund.de und in der TV-Freitagsausgabe.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Verkehrsminister Roger Lewentz (beide SPD) zeigten sich am Donnerstagebenso erfreut wie die Sanierer der insolventen Rennstrecke in der Eifel. Auch Sebastian Vettel und Nico Rosberg sind froh, dass die Formel 1 die Runden auf dem Kurs dreht, der als Grüne Hölle weltweit bekannt ist. Die Fans können voraussichtlich ab Anfang kommender Woche Tickets kaufen. „Der Mythos Nürburgring lebt“, erklärte Dreyer in Mainz. Damit habe Formel-1-Chef Bernie Ecclestone ein deutliches Bekenntnis zu der Rennstrecke in der Eifel abgelegt. Die Strecke gehöre weiter zu den attraktivsten Motorsportstätten der Welt. Verkehrsminister Lewentz sprach von einer „sehr guten Botschaft“ für die Menschen in der Region und die Beschäftigten am Nürburgring. Formel-1-Chefvermarkter Ecclestone und die Nürburgring Betriebsgesellschaft (NBG) hatten sich am Mittwoch auf die Austragung verständigt. „Gerne habe ich mich für die Austragung der Formel 1 am Nürburgring eingesetzt, um diese Traditionsstrecke weiterhin zu erhalten“, sagte der 82 Jahre alte Geschäftsführer der Formel 1 in einer Mitteilung. „Ich schätze den Nürburgring und seine Geschichte sehr.“ Der dreifache Formel-1-Weltmeister Vettel aus Heppenheim betonte die Bedeutung der Rennstrecke. „Der Nürburgring ist jedem ein Begriff und für uns alle ist es sehr wichtig, den Grand Prix dort zu fahren“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Der Mythos des Kurses sei etwas „ganz besonderes, und alles was drum herum dazu gehört, ist ein Erlebnis. Dieses Erlebnis darf man nicht aussterben lassen.“ Der Wiesbadener Mercedes-Pilot Nico Rosberg sagte der dpa: „Vielen Dank an alle Beteiligten, dass doch eine gute Lösung im Sinne der deutschen Fans gefunden wurde. Die wären die großen Leidtragenden gewesen.“ Mit Nico Hülkenberg bilden Rosberg und Vettel das deutsche Fahrer-Trio für die am 17. März in Melbourne beginnende Saison. 19 der geplanten 20 Rennen in diesem Jahr sind nun bestätigt. Die Verhandlungen waren eine Zitterpartie. Im Rennkalender des Internationalen Automobilverbandes war der Austragungsort des deutschen Rennens zunächst offen gelassen worden. Der Hockenheimring hatte sich als Alternative angeboten. Eigentlich wechseln sich die Kurse seit 2009 jährlich ab. Die Verhandlungen wurden erschwert, weil Rheinland-Pfalz den Ring-Pächtern 2012 wegen ausstehender Zahlungen gekündigt hatte. Es folgte ein Dauerstreit und die Insolvenz der staatlichen Besitzfirma. Nach der Einigung der Sanierer mit den Ex-Pächtern verhandelten letztere mit Ecclestone über die Formel 1. Als dies scheiterte, machten die Sanierer weiter. Letztlich bekam die Nürburgring-Betriebsgesellschaft die Kurve. NBG-Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt, der die finalen Verhandlungen führte, war auch 2009 maßgeblich an der Rettung der Formel 1 auf dem Hockenheimring beteiligt.