Scharfe Kritik am Ministerium

WEINSHEIM. (vog) Untätigkeit und bewusstes Hinauszögern wirft die Euweco gGmbH (Europäische Werkstätten Cooperation) dem Mainzer Sozialministerium vor. Die Geschäftsführung der Werkstatt für psychisch behinderte Menschen wird heute um zehn Uhr bei einer Pressekonferenz ihre scharfe Kritik öffentlich machen.

Seit zwei Jahren liegen dem Sozialministerium Anträge auf eine Erweiterung von 40 Plätzen und die Genehmigung eines zweiten Standortes in Daun vor. Trotz wiederholter Anmahnungen von Seiten der Landräte der Kreise Daun und Bitburg-Prüm sowie der Euweco traf das Mainzer Amt bisher keine Entscheidung. Dabei platzt die Euweco in Weinsheim, die 1999 startete, mittlerweile aus allen Nähten. Die 60 Plätze sind besetzt, weitere 100 psychisch Behinderte stehen auf der Warteliste. Und die Gründung der Euweco war zur gemeindenahen Psychiatrie der "ausdrückliche Wunsch des Mainzer Sozialministeriums". Das genehmigte Konzept für die Kooperation der Westeifel-Werke auf deutscher Seite und der Christlich Ostbelgischen Krankenkasse auf belgischer Seite sieht ab 1996 mittel- bis langfristig den Aufbau von fünf Werkstätten für insgesamt 300 psychisch Behinderte aus dem Euweco-Einzugsgebiet von Eupen, Verviers bis Sankt Vith und den beiden Eifelkreisen vor. Der Euweco-Fachausschuss und der Werkstattrat haben Resolutionen verfasst. Nach einigem Hin und Her hat das Ministerium nun für den 27. Juli einen Besuch angekündigt. Jedoch will die Euweco vor der Europa- und Kommunalwahl auf das Desaster aufmerksam machen.