Scharfe Kritik an Holocaust-Äußerungen des britischen Bischofs

Scharfe Kritik an Holocaust-Äußerungen des britischen Bischofs

Trier. (sey) Die deutschen Bischöfe haben sich von den Holocaust-Äußerungen des ultrakonservativen britischen Bischofs Richard Williamson (67) klar distanziert. Die Leugnung sei inakzeptabel, meinte ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz.



Ähnlich äußerte sich auch der Trierer "Interimsbischof" (Diözesan-Administrator) Robert Brahm. "Jede Äußerung, die den Holocaust leugnet oder relativiert, ist völlig inakzeptabel, nicht zu tolerieren und verwerflich", sagt Brahm im Gespräch mit unserer Zeitung. Gerade das Zweite Vatikanische Konzil habe die Notwendigkeit betont, "dass wir als Christen den Dialog mit dem Judentum vorantreiben müssen", so Brahm.

Der der ultratraditionalistischen Piusbruderschaft angehörende Williamson hatte in einem Interview die Existenz von Gaskammern angezweifelt. Zudem seien nicht sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet worden, sondern 200 000 bis 300 000.

Williamson ist einer von vier Bischöfen der auch in der Region Trier aktiven Piusbruderschaft, deren Exkommunikation der Papst am Samstag aufgehoben hatte - nach über 20 Jahren. Zwischen der Aufhebung der Exkommunikation und den Holocaust-Äußerungen Williamsons gebe es aber keinen Zusammenhang, meinte gestern der Trierer Diözesan-Administrator Robert Brahm. Ähnliche Äußerungen kamen zuvor auch aus dem Vatikan.

Die Entscheidung des Papstes verteidigte Brahm. Sie zeige das Bemühen von Benedikt XVI., die Einheit der Kirche zu fördern, sagte der Trierer Weihbischof dem TV.

Die Dauer der Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen den britischen Geistlichen ist indes noch nicht absehbar. Die Untersuchung stehe noch am Anfang, sagte der Leitende Regensburger Oberstaatsanwalt. Williamson hatte in der Nähe von Regensburg das umstrittene Interview gegeben. Das Leugnen des Holocaust steht in Deutschland unter Strafe.

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