"Scheidung auf sizilianisch"

"Scheidung auf sizilianisch"

TRIER. (sey) Der vom TV öffentlich gemachte Fall einer 34 Jahre nach der Tat unter Mordverdacht festgenommenen 79-jährigen Gerolsteinerin hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Italienerin und ihr angeblicher Geliebter sollen 1972 den Ehemann ermordet haben.

"Scheidung auf sizilianisch", "Holt 79-Jährige Mord von 1972 ein?", "Mord ohne Leiche nach 34 Jahren vor Aufklärung" - so lauteten in den letzten Tagen einige Schlagzeilen über einen spektakulären Fall, den der TV Anfang der Woche öffentlich gemacht hatte. Eine Frau aus Gerolstein wurde am 1. August verhaftet, weil sie - gemeinsam mit einem längst wieder in Sizilien lebenden Mann - vor 34 Jahren ihren Mann ermordet haben soll. Mutmaßlicher Tatort: Burgbrohl im Kreis Ahrweiler. Der italienische Gastarbeiter Vincenzo A. ist seit Ende Mai 1972 vermisst, seine Leiche wurde nie gefunden. Glaubt man der Koblenzer Staatsanwaltschaft, liegt sie auf einer ehemaligen Müllkippe bei Burgbrohl. Dort sollen Vincenzos Ehefrau und ihr angeblicher Geliebter die Leiche seinerzeit versteckt haben, behauptet die Staatsanwaltschaft, der die öffentliche Diskussion über den spektakulären Fall gar nicht in den Kram passt. "Die aktuellen Presseveröffentlichungen (...) sind unglücklich und fördern den Ermittlungserfolg nicht", kritisierte der Koblenzer Chef-Staatsanwalt Horst Hund in einer Presseerklärung. Otmar Schaffarczyk, Verteidiger der 79-Jährigen, erneuerte indes die Kritik an der Inhaftierung seiner Mandantin, die nur "aufgrund von Vermutungen und Gerüchten" festgenommen worden sei. Über die Haftbeschwerde des Anwalts wird wohl in den nächsten Tagen entschieden werden.