Schlammschlacht vor der Wahl

Schlammschlacht vor der Wahl

NEUMAGEN-DHRON. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron (Kreis Bernkastel-Wittlich), Hans Werner Schmitt, hat bei der Staatsanwaltschaft Trier Anzeige gegen seinen dritten Beigeordneten, Alfred Schwarz, sowie gegen einen Bediensteten der VG-Verwaltung erstattet. Es geht um die angebliche Manipulation der Telefonanlage in der Verwaltung. Schwarz seinerseits hat nun Strafanzeige gegen Schmitt und einen seiner Mitarbeiter wegen falscher Verdächtigung erstattet.

Der Streit in der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron um die Abwahl von Bürgermeister Hans Werner Schmitt (der TV berichtete) beschäftigt jetzt auch die Staatsanwaltschaft Trier. Schmitt beschuldigt seinen dritten Beigeordneten Alfred Schwarz, dieser habe im September die Telefonanlage der VG-Verwaltung manipuliert. Gleichzeitig hat der Verwaltungschef Schwarz wegen Verleumdung angezeigt. Schwarz ist empört über diese Beschuldigung und hat seinerseits Anzeige gegen Schmitt und einen Verwaltungsangestellten wegen "wissentlich falscher Verdächtigung" erstattet.Es geht um einen Vorfall im September. Vom Abend des 19. Septembers bis zum 25. September war die Telefonanlage in der VG-Verwaltung defekt. Telefon-, Fax- und Internetverbindungen waren lahm gelegt. Alle drei Beigeordneten der Verbandsgemeinde, Helmut Ludwig, Uwe Huppers und Alfred Schwarz, suchten die Verwaltung auf, um mit Bürgermeister Schmitt über die Probleme an der Telefonanlage zu sprechen. Schmitt war, so Schwarz, nicht auffindbar, die drei Beigeordneten sprachen daher mit einem Verwaltungsangestellten.

Dieser habe, so Schwarz gegenüber dem TV, "diffuse Aussagen" gemacht; unter anderem, dass die Staatsanwaltschaft wegen Sabotageverdachts ermittele. Außerdem sei der Technikraum versiegelt. Einer der Beigeordneten rief per Handy bei der Kreisverwaltung und bei der Staatsanwaltschaft an, ohne aber in Erfahrung bringen zu können, ob tatsächlich Emittlungen laufen.

Die Beigeordneten begaben sich in den Keller des Verwaltungsgebäudes zum Technikraum und musstem feststellen, dass die Tür mit einem Siegel des Landeswahlleiters verschlossen war. In Anwesenheit des Kontaktbeamten der Polizei-Inspektion Bernkastel-Kues und eines Telekom-Technikers wurde die Tür geöffnet. Man beschloss, den Netzstecker der Telefonanlage zu ziehen, um sie erneut hochzufahren - eine erfolgreiche "Reparatur", denn die Anlage funktionierte sofort wieder, berichtet Schwarz.

Schwarz sagt gegenüber dem TV: "Schmitts Mitarbeiter hat ganz genau mitbekommen, dass die Anlage nicht sabotiert oder manipuliert war, sondern nur ein "Reset" erforderlich war. Ich gehe davon aus, dass auch Bürgermeister Schmitt darüber informiert wurde." Schwarz vermutet, dass Schmitt mit Unterstützung seines Mitarbeiters "bewusst und wissentlich Dinge in die Welt setzt, um sich im politischen Streit wegen seines Abwahlverfahrens Vorteile zu verschaffen". Schwarz: "Schmitt will seine politischen Gegner, zu denen ich sicherlich zähle, in Misskredit bringen." Schmitt und sein Mitarbeiter waren gestern Nachmittag für eine Stellungnahme in der VG-Verwaltung nicht zu erreichen.

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