Schmuggel im Reisebus

Zollfahnder stoppten eine rollende Zeitbombe bei Trier: In den Laderäumen eines Reisebusses entdeckten sie versteckte Treibstofftanks - randvoll mit 900 Liter Diesel, die aus Luxemburg geschmuggelt wurden.

Trier. Die Zollfahnder hatten den richtigen Riecher. Kein Wunder. In dem Bus, den sie am Dienstag in der Nähe von Trier kontrollierten, stank es ungewöhnlich stark nach Diesel. Das ließ die Beamten misstrauisch werden. Sie untersuchten den Reisebus, der im Saarland zugelassen ist, genauer. Doch außer einem leeren Ersatzkanister fanden die Ermittler der Mobilen Kontrollgruppe Bitburg zunächst nichts. Erst als sie die Laderäume an der Seite des Busses, der saarländische Schulkinder von einem Ausflug in Trier abholen sollte, unter die Lupe nahmen, fanden sie die Quelle des Dieselgeruchs. In den Laderäumen befanden sich hinter unfachmännisch eingebauten Wänden zusätzliche Treibstofftanks. 900 Liter habe er in Luxemburg getankt, bevor er die Schulkinder in Trier abholen wollte, sagte der 39-jährige Fahrer bei der Vernehmung vor Ort. Es war wohl nicht das erste Mal, dass mit dem Bus derart gefährliche Tanktouren unternommen wurden. Immer wieder werden solche rollenden Zeitbomben auf den Straßen der Region gestoppt. Etwa Autos, die den Kofferraum voll mit Kanistern haben (mehr als 20 Liter Reservesprit sind nicht erlaubt), oder LKW-Fahrer, die mit Zusatztanks das billigere Diesel aus Luxemburg über die Grenze schmuggeln. Wie etwa der Fahrer eines Kleinlasters, der vor vier Jahren von der Autobahnpolizei geschnappt wurde, weil er einen auf der Pritsche montierten und als Holzkiste getarnten Tank 500 Liter Diesel aus Luxemburg geschmuggelt hatte. Vor über einem Jahr wurde ein saarländischer Spediteur wegen des illegalen Tankens von mehr als 1,3 Millionen Litern Diesel in Luxemburg wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Er hatte jahrelang den Treibstoff per LKW regelmäßig in 1000-Liter-Zusatztanks über die Grenze geschmuggelt. Dem Fahrer des Reisebusses, den die Zollfahnder diese Woche in Trier stoppten, droht ebenfalls ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. Genau wie seinem Chef. Der Bus wurde übrigens vorerst stillgelegt, bis die Zusatztanks ausgebaut sind. Die Kinder konnte der 39-Jährige daher nicht abholen.

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