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Schnelles Internet: 30-Kilometer-Zone in der Region bleibt eine Baustelle

Schnelles Internet: 30-Kilometer-Zone in der Region bleibt eine Baustelle

Der Ausbau des schnellen Internets über Funk stockt. Da die genutzten Frequenzen die Fernsehausstrahlung in Luxemburg und Belgien stören, kann die Technologie in weiten Teilen der Region derzeit nicht genutzt werden.

LTE, also eine schnelle Internetverbindung über ehemalige Radiofrequenzen, soll in Regionen, in denen die Verlegung von Breitbandkabeln wegen zu hoher Kosten nicht rentabel ist, eine Alternative darstellen. Doch derzeit stockt vor allem in der Region Trier der Ausbau der Technik. Grund: Die Frequenzen, die für die Technologie genutzt werden, werden etwa in Luxemburg und Belgien für die Ausstrahlung digitalen Fernsehens über Antenne verwendet.

Würde der LTEAusbau diesseits der Grenze vorangetrieben, würde das zu Störungen im Fernsehempfang jenseits Grenze führen. In einer 30-Kilometer-Zone entlang der Grenze Deutschlands darf deshalb vom deutsch-luxemburgischen Grenzort Wellen (Trier-Saarburg) bis zum Hochwald bei Pluwig (Trier-Saarburg) kein LTE-Sendemast gebaut werden. Damit aber, so der Trierer CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster, wäre in fast der Hälfte des Kreises Trier-Saarburg, aber auch im Großteil vom Eifelkreis Bitburg-Prüm und dem Kreis Vulkaneifel der Ausbau von LTE nicht möglich.

Das bedeutet: Große Teile der Region bleiben immer noch vom schnellen Internet abgehängt. Denn Anbieter wie Deutsche Telekom, Vodafone oder O2 verlegen DSL-Breitbandkabel in Orten mit geringer Bevölkerungsdichte nur dann, wenn sich die Gemeinden an den Kosten beteiligen. Grund: Ein Kilometer Kabeltrasse schlägt mit 70 000 Euro zu Buche.

Doch viele Orte tun sich wegen klammer Kassen schwer mit einem Eigenanteil. Um der Alternative LTE doch noch zum Durchbruch in der Region zu verhelfen, hat sich der CDU-Politiker Kaster an die Bundesnetzagentur gewandt. Diese verhandelt derzeit mit den Nachbarländern. Anfang des Jahres soll es einen Gesprächstermin mit Luxemburg geben. Mit Belgien wird es laut der Behörde aber erst ab 2015 eine Einigung geben. Der Plan: In Grenznähe könnte Internet über LTE in verminderter Stärke ausgestrahlt werden. Dazu müssen die Nachbarländer zustimmen.

Hintergrund: Viele Wege führen ins Internet