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Schock am Hahn: Staatsanwaltschaft und Steuerfahnder durchsuchen am Hunsrück-Flughafen

Verkehr : Schock am Hahn: Staatsanwaltschaft und Steuerfahnder durchsuchen am Hunsrück-Flughafen

Erst der drohende Rückzug von Billigflieger Ryanair, nun Besuch von der Justiz: Die Krise des Airports hält weiter an. Das Innenministerium will Beihilfen an den Betreiber erst wieder zahlen, wenn Vorwürfe aufgeklärt sind.

Überraschender Besuch schreckte bereits am Donnerstag den Flughafen Hahn auf. Die Staatsanwaltschaft Koblenz war zu Besuch am Airport, auch Trierer Steuerfahnder tauchten auf. Die Staatsanwaltschaft Koblenz bestätigte am Freitag: „Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt in Zusammenarbeit mit der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes in Trier ein Ermittlungsverfahren gegen mittlerweile drei Verantwortliche von sechs am Flughafen Hahn tätigen Gesellschaften.“ Am frühen Morgen war noch von zwei Verantwortlichen die Rede, gegen die ermittelt werde. Nähere Angaben, gegen den sich die Ermittlungen genau richten und was Verdächtigen vorgeworfen wird, machte die Justiz nicht und verwies auf das Steuergeheimnis.

Die chinesische HNA Group hat den Flughafen 2017 gekauft und die Mehrheitsanteile von Rheinland-Pfalz übernommen. Das Land musste sich aber verpflichten, bis 2024 noch millionenschwere Beihilfen für Investitionen zu zahlen, um dem klammen Flughafen in die schwarzen Zahlen zu helfen. Ein Sprecher des Innenministeriums stellte am Freitag um 9.36 Uhr prompt klar: „Natürlich müssen vor weiteren Auszahlungen von Beihilfen die Vorwürfe aufgeklärt sein. Für 2019 und 2020 sind noch keine Zahlungen erfolgt. Anträge liegen für 2019 und 2020 ebenfalls noch nicht vor.“

Mehrere Tochterunternehmen von HNA haben nach der Übernahme durch die Chinesen Dienstleistungen übernommen, die zuvor von privaten Unternehmen am Hahn versehen wurden. FFHG und HNA Airport haben beide ihre Firmenschilder am Gebäude 890, in dem die Staatsanwaltschaft gestern Durchsuchungen durchführte, berichtete die „Rhein-Zeitung“. Der CDU-Landtagsabgeordnete Alexander Licht sagte, die Gründung von Tochterfirmen habe er immer kritisiert. Der Brauneberger (Kreis Bernkastel-Wittlich) kritisierte Ministerpräsidentin und Wirtschaftsminister in der Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz. „Seitdem die Landesregierung ihre Anteile am Flughafen Hahn an die HNA Airport Group GmbH verkauft hat, hat man weder Frau Dreyer noch Herrn Wissing am Hunsrück-Airport gesehen. Bei allen Problemen bleibt der Hahn sich selbst überlassen.“

Auch eine drohende Auflösung der Ryanair-Basis am Hahn sieht Licht kritisch. Diese habe zur Folge, dass der Passagierbetrieb wegfalle, wovon Tausende Arbeitsplätze in Hotels, Pensionen, Gastronomie, Busunternehmen oder Autovermietungen betroffen wären.