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Schöne Bescherung! Kritik an Fußball-WM vor Weihnachten

Schöne Bescherung! Kritik an Fußball-WM vor Weihnachten

Nix da Sommermärchen: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar wird im Advent ausgetragen, das Finale findet am 18. Dezember statt. Das ärgert Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel, Kirchen, die Bitburger Brauerei und Weihnachtsmarktbetreiber. Gastronomen hingegen sind hoffnungsfroh.

Kalte Füße statt heißer Nächte, schwarz-rot-goldene Ohrenwärmer statt Hawaiiketten und Glühwein statt Bier: Deutsche Fußballfans sollten sich an den Gedanken gewöhnen, dass die aufregendste und die besinnlichste Zeit des Jahres 2022 zusammenfallen. Der Weltfußballverband Fifa hat am Donnerstagabend in Zürich entschieden, dass die umstrittene Weltmeisterschaft in Katar im Advent ausgetragen wird. Das Endspiel der WM ist demnach am 18. Dezember zu sehen .

Dass die WM kurz vor Weihnachten endet kritisieren sowohl Fußballfreunde als auch Kirchen. In der Region Trier sind viele nicht nur mit dem Austragungsort, sondern auch mit dem Termin unglücklich. "Ich finde das nicht in Ordnung", sagt Herbert Fandel, Chef der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bunds (DFB). Fußball ziehe alles Interesse auf sich - darunter werde auch der Wintersport leiden. "Das ist ein blödsinniger Zeitpunkt", sagt Wolfgang Port, Stadtbürgermeister von Bernkastel-Kues. Er befürchtet Nachteile für den Weihnachtsmarkt: Bei EM und WM seien immer zehn bis 15 Prozent weniger Gäste an der Mosel.

Deutliche Worte findet auch Werner Wolf, Geschäftsführer der Bitburger Braugruppe . In Deutschland habe sich zu EM und WM eine besondere Feierkultur herausgebildet. "Wie das bei Schneefall und Minusgraden möglich sein soll, ist mit gesundem Menschenverstand nicht vorstellbar", sagt er. Da im Winter weniger Bier getrunken wird, bedeute die Entscheidung einen wirtschaftlichen Schaden. Ein Grund, das DFB-Sponsoring infrage zu stellen, sei dies nicht.

Gereon Haumann kann einer Winter-WM auch Gutes abgewinnen: "Als Fußballer bin ich entsetzt, als Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands bin ich begeistert." Er habe die Hoffnung, dass viele kleineren Betriebe bei einer Winter-WM als öffentliche Wohnzimmer gefragt sind.