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Schrein mit blutverschmiertem Hemd

Schrein mit blutverschmiertem Hemd

Vor rund 300 000 Menschen ist der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Romero in San Salvador seliggesprochen worden. Papst Franziskus würdigte ihn in seiner Grußbotschaft als einen der "besten Söhne der Kirche".

San Salvador. "In schwierigen Zeiten hat es Monsignore Romero vermocht, seine Herde zu führen, zu verteidigen und zu schützen, treu im Glauben und in Gemeinschaft mit der Kirche", sagte Papst Franziskus. Nach der Seligsprechungszeremonie unter Leitung von Kardinal Angelo Amato am Samstag wurde ein überlebensgroßes Porträt Romeros enthüllt. Geistliche trugen in einem Glasschrein das blutverschmierte Hemd des vor 25 Jahren ermordeten Erzbischofs über den Platz, das viele Menschen zu berühren versuchten.
Oscar Romero Galdamez, ab 1977 Erzbischof von San Salvador, war am 24. März 1980 während eines Gottesdienstes in einer Krankenhauskapelle erschossen worden. Durch seinen Einsatz für die Rechte der Armen hatte er den Hass reaktionärer Kreise auf sich gezogen. Als Auftraggeber des Mordes stehen Militärs im Verdacht. Im folgenden Bürgerkrieg zwischen Sicherheitskräften, rechten Todesschwadronen und linksgerichteten Guerillagruppen kamen bis 1992 rund 75 000 Menschen ums Leben. Im Februar hatte Papst Franziskus den Weg für eine Seligsprechung freigemacht. KNA