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Schulen und Kitas ab Montag in Rheinland-Pfalz geschlossen – Was Eltern und Schüler wissen müssen

Kostenpflichtiger Inhalt: Busse, Notfallversorgung, mündliche Abis : Schulen und Kitas ab Montag in Rheinland-Pfalz geschlossen – Was Eltern und Schüler wissen müssen

Bildungseinrichtungen bleiben heute zu, bieten aber eine Notfallversorgung an. Was bedeutet das für Eltern und Kinder? Der Volksfreund beantwortet Fragen.

Ab diesem Montag sind die Schulen und Kitas in Rheinland-Pfalz dicht. Kinder sollen sich nicht mit dem Coronavirus anstecken. Das Land fordert die Kommunen aber auf, eine Notfallversorgung an allen Schulen und Kitas zu schaffen, falls Eltern keine Betreuer für ihre Kinder finden. Der TV beantwortet die wichtigsten Fragen.

Schulen und Kitas sind zu, bieten eine Notfallversorgung an. Soll ich meine Kinder doch nicht daheim lassen, wie es das Land fordert?

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) appelliert an die Eltern: „Lassen Sie Ihre Kinder bitte zuhause, wenn es möglich ist. Es ist wichtig, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Das kann gelingen , wenn wenige Kinder in Schulen und Kitas miteinander in Kontakt sind“, sagte Hubig am Sonntag in Mainz. Alle Kitas und Schulen hat das Land aufgefordert, eine Notfallversorgung zu schaffen, bei der Kinder in kleinen Gruppen betreut werden und Abstand halten müssen. Schulen, die wegen Coronafällen von Gesundheitsämtern geschlossen worden sind, bieten keinen Notfalldienst an.

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe zur aktuellen Coronavirus-Situation

Wer soll die Notfallbetreuung nutzen?

Eltern, die in Berufen arbeiten, die für das öffentliche Leben unverzichtbar sind, dürfen die Notfallversorgung für Kinder sicher nutzen. Dazu zählt das Land Jobs im Gesundheitswesen, in der Pflege bei Polizei, Feuerwehr, Ordnungsbehörden. Doch auch alleinerziehende Eltern, die arbeiten müssen, dürfen Söhne und Töchter in Kitas und Schulen abgeben. Genauso Väter und Mütter, die im Notfall keinen Betreuer für ihr Kind finden, sagte Hubig. Das Land geht davon aus, dass die Eltern „verantwortungsbewusst mit dem Angebot umgehen und nicht zwei Drittel der Schule montags auf der Matte stehen“. Das bahnt sich bislang nicht an. Viele Eltern der rund 183 000 Kita-Kinder in Rheinland-Pfalz meldeten zurück, gar keine Notfallbetreuung zu brauchen, sagt Detlef Placzek, Leiter des Landesjugendamts, und betont: „Ich bin mir sicher, dass am Montag kein Elternteil vor einer Kita steht und nicht mehr weiter weiß.“

Droht trotzdem Chaos in Schulen und Kitas?

Hubig sagte am Sonntag ehrlich: „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Kein Mensch kann heute garantieren, dass es am Montag in allen 1600 Schulen und 2600 Kitas in Rheinland-Pfalz reibungslos verläuft.“ Das Land arbeite aber rund um die Uhr, stehe im Austausch mit den Kommunen, warte heute erste Rückmeldungen ab und wolle bei Problemen nachsteuern. Eltern seien über Schreiben, Internetportale, Medien informiert worden. Thomas Linnertz, Chef der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD in Trier, versprach: „Alle Sekretariate werden am Montag besetzt und bei Fragen telefonisch erreichbar sein.“ Landkreistagschef Günther Schartz rät Eltern, auch bei Kitas direkt anzurufen.

Fahren alle Schulbusse zur Notfallbetreuung?

Nein. In vielen Fällen werden Eltern, die auf die Notfallbetreuung in Schulen angewiesen sind, ihre Kinder mit dem Auto fahren müssen. Der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) teilte am Sonntag mit, dass viele Busse nach dem Fahrplan fahren, der in Ferien gilt. Man habe erst Freitagabend von den Notgruppen in Kitas, Schulen und dem plötzlich doch wieder mündlich angesetzten Abi ab dieser Woche erfahren. Da war die VRT schon in den Ferienbetrieb gewechselt „Die erneute Umstellung auf den regulären Fahrplan ist am Freitagabend für viele Verkehrsunternehmen nicht mehr umsetzbar gewesen, da die Fahr- und Umlaufplanung zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen war“, teilte der VRT-Vorsitzende Joachim Streit auf Facebook mit. Er rät Eltern, sich zu Fahrzeiten auf der Homepage des VRT unter www.vrt-info.de zu informieren. Hubig kritisierte, dass Landräte die Schulbusse am Freitag „vorschnell abgesagt“ hätten. Schartz kontert, das Land habe Kommunen zu spät informiert. Er rechne mit einem „Tag der Elterntaxis“. Die Schülerbeförderung bei den 47 Förderschulen, die offen bleiben, laufe gewohnt weiter, sagte Ministerin Hubig. Dies habe der Landkreistag zugesichert.

Warum bleiben Förderschulen offen?

47 Förderschulen im Land, die im großen Umfang Schüler mit schweren Beeinträchtigungen und Erkrankungen betreuen, bleiben offen. Dort dauere es länger, bis Eltern eine Betreuung finden, sagt das Land. In der Region bleiben danach folgende Schulen offen: Rosenberg-Schule in Bernkastel-Kues, St. Martin-Schule in Bitburg, Astrid-Lindgren-Schule in Prüm, Levana-Schule in Schweich, Porta-Nigra-Schule in Trier, Treverer-Schule in Trier und Maria-Grünewald-Schule in Wittlich.

Wie lernen die Schüler, die daheim bleiben?

Sie arbeiten im Home Office. „Es besteht Schulpflicht, der Unterricht fällt nicht aus“, sagt die Ministerin. Viele Schulen basteln aber noch an Konzepten, wie sie Schüler unterrichten können, ohne sie in einer Klasse zu versammeln. Das kann dauern. ADD-Chef Linnertz sagt: „Wir haben eine heterogene Landschaft – von der kleinen Grundschule bis zur top ausgestatteten Berufsschule. Manche Lehrer können Materialien bereits digital an die Schüler schicken. „Wir haben inzwischen neue Angebote von Anbietern mit Online-Learning“, sagt Hubig. Andere nutzen Arbeitsblätter und weisen Kinder per Telefon an.

Was ist mit dem mündlichen Abi?

Das mündliche Abi startet – anders als zunächst vom Land geplant – doch in diesen Tagen. Vier Schulen haben auf eigenen Wunsch die Prüfungen verlegt – keine davon ist in der Region Trier.

Wie lange bleiben die Schulen zu?

Kinder sollen bis zum Ende der Osterferien am 17. April nicht mehr in die Schulen. Ob Schulen danach sicher öffnen, kann Hubig nicht sagen. „Das wäre absolut unseriös, weil wir den Verlauf des Coronavirus nicht beurteilen können.“

Bekommen Kinder, die in Kitas und Schulen in die Notfallbetreuung gehen, ein Mittagessen?

Bei Schulen müssen das die Träger entscheiden, sagt ADD-Chef Thomas Linnertz. Die Kitas fordert das Landesjugendamt dagegen auf, eine „adäquate, ganztägige Versorgung sicherzustellen“, sagt Placzek.